Direkt zum Inhalt wechseln
25. Mai 2022 | Aus der Branche | Bund

Richtiger Ansatz, fragwürdige Ermittlungsmethodik: BDB bezieht Stellung zum Gesetzesentwurf zur Aufteilung der Kohlendioxidkosten

Heute beschloss das Bundeskabinett den Entwurf eines Gesetzes zur Aufteilung der CO2-Kosten zwischen Mieter:innen und Vermieter:innen. Im Vorfeld des Beschlusses ergriff der BDB die Gelegenheit, sich zum Gesetzesentwurf zu äußern.

Heute beschloss das Bundeskabinett den Entwurf eines Gesetzes zur Aufteilung der CO2-Kosten zwischen Mieter:innen und Vermieter:innen. Mit dem Gesetz wird das Ziel verfolgt, den seit dem 1. Januar 2021 auf Grundlage des Brennstoffemissionshandelsgesetzes erhobenen Kohlendioxidpreis nach bestimmten Kriterien im Rahmen der Umlage der Kosten für die Beheizung und die Warmwasserversorgung von Gebäuden zu verteilen.

Damit soll ein Anreiz für Mieter:innen zur Energieeinsparung als auch für Vermieter:innen zur energetischen Sanierung des Gebäudes gesetzt werden. Dies soll erreicht werden, indem in Gebäuden mit geringem CO2-Ausstoß die CO2-Kosten allein von den Mieter:innen zu tragen sind, während in Gebäuden mit hohem Ausstoß im Wesentlichen die Vermieter:innen belastet werden.

Im Vorfeld des Beschlusses ergriff der BDB die Gelegenheit, sich zum Gesetzesentwurf zu äußern. Da allein auf den Gebäudebereich rund 40 % der Treibhausgasemissionen entfallen, ist die Reduzierung der THG-Emissionen im Gebäudebereich ein wichtiger Hebel zur Erreichung der Klimaziele. Der BDB begrüßt daher den Ansatz und das Ziel des Gesetzes, sowohl auf Mieter:innen- als auch Vermieter:innenseite Anreize zu setzen, weniger CO2-Emissionen zu verursachen.

Den gewählten Ansatz sieht der BDB positiv, weil Nutzer:innen und Eigentümer:innen von Wohnungen ganz unterschiedlich Einfluss auf die CO2-Emissionen der einzelnen Wohnung nehmen. Je höher der energetische Standard eines Gebäudes ist, desto geringer sind meist die CO2-Emissionen. In Gebäuden mit einem hohen energetischen Standard haben Vermieter:innen keine Möglichkeit mehr, Einfluss auf die Emissionen zu nehmen. In Gebäuden mit einem niedrigen energetischen Standard ist es hingegen vor allem an den Vermieter:innen zu investieren, um den energetischen Standard zu erhöhen und die Emissionen zu reduzieren. Mieter:innen haben hier mit ihrem Nutzungsverhalten nur geringen Einfluss.

Schwachpunkt des Gesetzes aus BDB-Sicht ist, dass die Ermittlung der CO2-Emissionen bzw. CO2-Kosten ausschließlich anhand des tatsächlichen Verbrauchs erfolgt. Das bedeutet, dass Mieter:innen, die in einem energetisch gut sanierten Gebäude wohnen, durch einen verschwenderischen Energieverbrauch ihren Anteil an den CO2-Kosten reduzieren können. Denn das Gebäude rutscht bei einem höheren tatsächlichen CO2-Ausstoß in eine höhere Stufe, wodurch sich der von Mieter:innen zu tragende Anteil an den CO2-Kosten reduziert.

Das Ziel des Gesetzes ließe sich besser dadurch erreichen, indem der energetische Standard sämtlicher Gebäude bewertet und erfasst wird und die Aufteilung der CO2-Kosten anhand dieser Erfassung erfolgt. Dieser Ansatz wäre zwar wesentlich aufwendiger, jedoch müsste dann nicht mehr auf den tatsächlichen Verbrauch zurückgegriffen werden. Vielmehr wäre der objektive Stand des energetischen Zustandes des Gebäudes maßgeblich. Ein höherer tatsächlicher Energieverbrauch durch das Nutzungsverhalten ginge dann nicht mehr zulasten von Vermieter:innen. Folglich hätten sowohl Vermieter:innen einen Anreiz zur energetischen Sanierung als auch Mieter:innen zur Einsparung von Energie.

 

Den gesamten Wortlaut unserer Stellungnahme finden Sie hier.

Nachrichten alle Nachrichten

Podiumsdiskussion Celle in Bewegung
4. September 2026 | Verbandsnachrichten Celle / Uelzen

Stadtentwicklung gemeinsam denken: BDB bringt Bürger und Politik ins Gespräch

Mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste der Stadt diskutierten am vergangenen Freitagabend im Kunstmuseum Celle die Frage, wie Celle auch künftig lebendig, attraktiv und zukunftsfähig gestaltet werden kann.
3. September 2026 | Berufspolitik BDB Braunschweig Wolfenbüttel Salzgitter Helmstedt Göttingen

Kommunalwahlen 2026 - Einladung zur Kandidaten-Befragung in Braunschweig

Am 13. September wird in Niedersachsens Kommunen gewählt. In Braunschweig unter anderem der Oberbürgermeister. Sieben Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich wenige Tage vor der Kommunalwahl den Fragen der Braunschweiger Bauschaffenden.
1. September 2026 | Aus der Branche Bund

KI-Kennzeichnung: Was gilt für Visualisierungen im Planungsbüro?

Seit August 2026 gelten neue Transparenzpflichten für KI-Inhalte. Für Planungsbüros ist dabei vor allem entscheidend, wie realistisch eine KI-generierte oder veränderte Darstellung wirkt. Was bei Visualisierungen, Bildern und Texten zu beachten ist, zeigt unser Überblick.
28. August 2026 | Verbandsnachrichten Niedersachsen

Neuer BDB-Landesvorstand gewählt

Susanne Witt als Vorsitzende im Amt bestätigt. Vorstandsgröße steigt von drei auf acht Personen mit künftig vier stellvertretenden Vorsitzenden.
28. August 2026 | Aus der Branche BDB Braunschweig Wolfenbüttel Salzgitter Helmstedt Göttingen

BDB-Motorradtour ging in die nächste Runde

Auch in diesem Jahr lud die BDB-Bezirksgruppe Braunschweig wieder zur gemeinsamen Motorradtour ein. Regelmäßig bringt der BDB seine Mitglieder bei Motorradtouren und weiteren Veranstaltungen zusammen und schafft so Raum für den fachlichen und persönlichen Austausch.
26. August 2026 | Berufspolitik Bund

Mehr Mittel für sozialen Wohnungsbau: Eine Trendwende?

Der Haushaltsentwurf der Bundesregierung 2027 sieht 5 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau vor. Jährlich fallen rund 55.000 Wohnungen aus der Sozialbindung. Der BDB warnt: Ohne deutlich mehr sozialen Wohnungsbau wird der Bestand weiter schrumpfen und der Druck auf das Wohngeld steigen.
20. August 2026 | Aus der Branche Bund

BDB unterzeichnet Bauhaus-Manifest 2026

Mit der Unterzeichnung bekennt sich der BDB zu einer Baukultur, die kulturelle Freiheit, Erinnerung, demokratischen Dialog, interdisziplinäres Denken und Weltoffenheit verbindet.
20. August 2026 | Verbandsnachrichten Olpe-Siegen

Architekturexkursion nach Oslo der BDB. OSTKURVE

Die 21 Mitglieder der Oslo-Reisegruppe des BDB.OLPE & der BDB.OSTKURVE erlebten fünf spannende Tagen und eine unvergessliche Exkursion mit viel Architektur, Städtebau und Ingenieurbaukunst.
20. August 2026 | Aus der Branche Bund

Gemeinsam für bessere Lebensbedingungen: Ingenieure ohne Grenzen engagiert sich in Uganda

Wir stellen ein besonderes Projekt vor, das sehbeeinträchtigten Kindern und Jugendlichen bessere Wohn-, Lern- und Lebensbedingungen ermöglichen soll.
19. August 2026 | Aus der Branche Bund

5. Klimafestival 2026: BDB zeigt Wege zu resilienter Hochbauplanung

Am 18. und 19. November 2026 trifft sich die Baubranche zum 5. Klimafestival in Berlin. Der BDB ist dabei mit eigenem Stand und einer Breakout Session zur Frage, wie Gebäude klima- und krisenfester geplant, gebaut und transformiert werden können.