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Architektur – Gehalt & Arbeitsbedingungen

In der Architektur bewegen sich Einstiegsgehälter häufig im Bereich von ca. 36.000–40.000 € brutto jährlich. Je nach Region, Bürogröße und Verantwortungsbereich kann das abweichen. Tarifverträge gibt es bei freien Büros meistens nicht sondern nur im öffentlichen Dienst und häufig auch in größeren Unternehmen wie der Bauindustrie. Wichtiger als das Gehalt allein ist das Gesamtpaket: Arbeitsgebiet, Arbeitsbelastung, Arbeitszeit, Überstundenregelung, Entwicklungsperspektive.

Checkliste: Was du konkret prüfen solltest

Gehalt

  • Jahresbrutto oder Monatsbrutto?
  • Gibt es Sonderzahlungen (z. B. Weihnachtsgeld)?
  • Wie entwickelt sich das Gehalt nach 12 Monaten?
  • Gibt es klare Stufen oder individuelle Verhandlung?

Arbeitszeit

  • Wie viele Stunden stehen im Vertrag?
  • Gibt es Gleitzeit?
  • Wie werden Überstunden geregelt?
  • Gibt es Freizeitausgleich oder Auszahlung?

Überstunden sind in der Branche weit verbreitet. Aber häufig werden sie nicht zusätzlich vergütet! Das solltest du also vorher klären.

Urlaub & Rahmenbedingungen

  • Gesetzlicher Mindesturlaub: 20 Tage (bei 5-Tage-Woche)
  • Homeoffice-Regelungen (je nach Tätigkeit möglich)
  • Reisekostenregelungen (bei Baustellen/Projekten relevant)

Entwicklung & Verantwortung

  • Gibt es Fortbildungsangebote?
  • Werden externe Seminare unterstützt?
  • Gibt es eine klare fachliche Entwicklung (z. B. in Richtung Bauleitung oder Entwurf)?
  • Gibt es Feedbackgespräche nach 3/6/12 Monaten?
  • Wann übernimmst du eigene Teilprojekte?

Praxisimpuls: Realität im ersten Jahr

Viele Berufseinsteiger:innen erleben zu Beginn eine hohe Arbeitsintensität, enge Zeitpläne, eine steile Lernkurve und erste Verantwortung unter Anleitung. Das gehört oft zum Einstieg ins Berufsleben dazu und ist in gewissem Maß normal. Wichtig ist jedoch, zwischen einer anspruchsvollen Anfangsphase und dauerhafter Überlastung zu unterscheiden – denn Letztere sollte nicht als normal angesehen werden.

Diese Fragen sind legitim! Im Bewerbungsgespräch darfst du in jedem Fall nachfragen:

  • „Wie werden Überstunden bei euch gehandhabt?“
  • „Wie sieht die Gehaltsentwicklung in den ersten zwei Jahren aus?“
  • „Wie ist die Arbeitszeit realistisch – nicht nur vertraglich?“

 

Gender Pay Gap

Auch im Bau- und Architekturbereich bestehen weiterhin Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen. Um mehr Fairness zu schaffen, gibt das Entgelttransparenzgesetz Beschäftigten unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, Auskunft über Vergleichsgehälter zu erhalten – insbesondere in größeren Unternehmen. Dieses Recht kann helfen, mögliche Benachteiligungen sichtbar zu machen und eine sachliche Grundlage für Gespräche über die eigene Bezahlung zu schaffen. Transparenz sollte dabei kein Tabu sein, sondern ein wichtiger Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit im Berufsleben.

Öffentlicher Dienst als Alternative

Ein Teil der Absolvent:innen entscheidet sich für den öffentlichen Dienst. Dort gelten in der Regel Tarifverträge wie der TVöD oder TV-L, die klare Gehaltsstufen, geregelte Arbeitszeiten und transparente Entwicklungsmöglichkeiten vorsehen. Im Vergleich zu vielen privaten Büros sind die Rahmenbedingungen damit oft stärker strukturiert und besser planbar, aber oft auch hierarchischer, festgelegter und weniger frei gestaltbar. Das ist nicht grundsätzlich besser oder schlechter, sondern vor allem anders, und kann je nach persönlicher Lebenssituation und beruflichen Prioritäten attraktiv sein.

So kann der BDB dir helfen!

Viele BDB-Mitglieder leiten seit Jahren Planungsbüros oder arbeiten in Behörden. Sie wissen genau, wie die Arbeitspraxis von Architekt:innen aussieht. Das BDB-Netzwerk kann dir helfen…

  • Gehälter und Angebote realistisch einzuordnen
  • Unterschiede zwischen Arbeitgebertypen zu verstehen
  • Entwicklungsperspektiven in verschiedenen Bereichen zu vergleichen

Gerade am Anfang ist es extrem hilfreich, wenn jemand aus der Praxis sagt: „Das ist normal“ oder „Da solltest du vorsichtig sein.“