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KI im Planungsbüro

Welche KI-Anwendungen bringen Planungsbüros schon heute weiter? Hier zeigen wir regelmäßig praxisnahe Einsatzfelder: von Recherche und Protokollen bis zu CAD, BIM, AVA und Dokumentenprüfung und benennen wichtige Prüfpunkte.
Bild: iStock

06. Oktober 2026

Büroeigenes Projektwissen für KI nutzbar machen

Für die meisten Architektur- und Planungsbüros ist es weder notwendig noch sinnvoll, ein eigenes Sprachmodell zu trainieren. Wichtiger ist eine gepflegte Wissensbasis, in der Pläne, Protokolle, Baubeschreibungen, Ausschreibungstexte und bewährte Details auffindbar und eindeutig gekennzeichnet sind. Ein sogenanntes RAG-System kann passende Informationen aus dieser Wissensbasis suchen und einem bestehenden KI-Modell als Grundlage für seine Antwort bereitstellen.

Nutzen für Planerinnen und Planer: Kleine und mittlere Büros können mit einem klar abgegrenzten Anwendungsfall beginnen, etwa der Suche nach Lösungen aus abgeschlossenen Projekten oder der Vorprüfung von Ausschreibungstexten anhand eigener Standards. Entscheidend sind aktuelle Dokumente, nachvollziehbare Versionen, klare Zuständigkeiten und die fachliche Kontrolle der KI-Ergebnisse.

Wichtige Info: Datenschutz, Zugriffsrechte, Serverstandort und die mögliche Verwendung von Kundendaten für das Modelltraining müssen vor dem Einsatz geklärt werden. Der Autor ist CTO des Projektplattformanbieters smino; Praxisbeispiele sowie Zeit- und Kostenangaben im Beitrag sind daher als Anbieterperspektive einzuordnen und nicht unabhängig belegt. Für statische oder bauphysikalische Berechnungen empfiehlt der Beitrag solche Sprachmodelle ausdrücklich nicht.

Quelle: DBZ Deutsche BauZeitschrift: „KI trainieren im Architekturbüro: Was wirklich zählt“, Partnermedium des BDB.

05. Oktober 2026

Revit-Werkzeug prüft Fassadenentwürfe gegen Fertigungsdaten

Kora Studio 1.0 ist ein Revit-Plug-in für die Fassadenplanung. Architekt:innen können damit Fassadenraster, Bekleidungen und Fenster modellieren. Das Werkzeug prüft die Fassadenelemente nach Angaben des Anbieters bereits während der Bearbeitung gegen hinterlegte Fertigungs-, Transport- und Montagebedingungen. Der Hersteller Dextall bezeichnet die Anwendung als KI-gestützt.

Nutzen für Planerinnen und Planer: Bei fassadenintensiven Projekten können ungeeignete Panelgrößen oder konstruktiv nicht vorgesehene Kombinationen möglicherweise früher erkannt werden. Das kann die Abstimmung zwischen Architektur, Fassadenplanung und Herstellung unterstützen und späte Überarbeitungen reduzieren.

Wichtige Info: AEC Magazine meldet Version 1.0, während die Anbieterseite den Zugang weiterhin als Beta bezeichnet. Der innere Fassadenaufbau mit Dämmung, Beplankung, Unterkonstruktion und Verankerungen wird nicht vollständig modelliert. Fachplanung, Normenprüfung und Herstellerfreigabe bleiben erforderlich; belastbare unabhängige Angaben zu Zeitersparnis und „Deutschlandtauglichkeit“ fehlen.

Quelle: Kora Studio by Dextall (englisch)
Einordnung: AEC Magazine (englisch)

25. September 2026

Bluebeam öffnet KI-Werkzeuge kostenlos für Studierende und Lehrende

Der US-amerikanische Softwarehersteller Bluebeam stellt seinen Tarif Bluebeam Max weltweit für berechtigte Studierende und Lehrende kostenlos bereit. Bluebeam gehört zur Nemetschek Group und entwickelt Software für die Prüfung, Markierung und gemeinsame Bearbeitung von Plan- und Projektdokumenten.

Bluebeam Max umfasst unter anderem KI-gestützte Planprüfungen, automatisch erzeugte Markierungen, intelligente Dokumentvergleiche und die Anbindung externer KI-Assistenten über das Model Context Protocol. Die Funktionen selbst sind bereits verfügbar; neu ist der kostenlose akademische Zugang.

Nutzen für Planerinnen und Planer: Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen können KI-gestützte Planprüfung und Dokumentanalyse an kontrollierten Lehrprojekten erproben. Studierende können dabei lernen, Ergebnisse nicht nur zu erzeugen, sondern Treffer, Abweichungen und notwendige fachliche Korrekturen systematisch zu bewerten.

Wichtige Info: Der kostenlose Zugang ist ausschließlich für Bildungszwecke vorgesehen und darf nicht für kommerzielle Projekte genutzt werden. Unabhängige Angaben zur Genauigkeit oder Zeitersparnis der KI-Funktionen liegen nicht vor. Vor der Nutzung realer Projektunterlagen sind Datenverarbeitung, Zugriffsrechte und die angebundenen KI-Dienste zu prüfen.

Quelle: Bluebeam: Bluebeam Max für Studierende und Lehrende (englisch)
Einordnung: Construction Industry AI: Akademischer Zugang zu Bluebeam Max (englisch)

24. September 2026

US-Erhebung zeigt Lücke zwischen KI-Nutzung und Schulung

Das American Institute of Architects (AIA) hat Architekturbüros zu ihrer Nutzung künstlicher Intelligenz befragt. 48 Prozent der antwortenden Büroleitungen gaben an, sich aktiv mit KI zu beschäftigen. Ein formales Schulungsprogramm bieten jedoch nur 7 Prozent der Büros an. Von den bereits KI-nutzenden Büros berichten 22 Prozent von einer deutlichen Produktivitätssteigerung; bei 76 Prozent ist die Produktivität nach eigener Einschätzung bislang weitgehend unverändert.

Nutzen für Planerinnen und Planer: Die Ergebnisse zeigen, dass die Einführung von KI nicht mit dem Kauf eines Werkzeugs endet. Büroleitungen sollten festlegen, welche Anwendungen zugelassen sind, welche Daten verarbeitet werden dürfen und wie Mitarbeitende Ergebnisse prüfen und dokumentieren.

Wichtige Info: Die Erhebung bezieht sich auf US-amerikanische Architekturbüros. Die veröffentlichte Meldung nennt für die Sonderfragen zur KI keine Stichprobengröße. Die Werte sind deshalb ein Orientierungssignal und keine auf Deutschland übertragbare Branchenkennzahl.

Quelle: American Institute of Architects: ABI August 2026 (englisch)

21. September 2026

US-Studie ordnet sechs KI-Hebel für Planung und Bau ein

Das US-Bauunternehmen Suffolk hat gemeinsam mit dem MIT Center for Real Estate und der City Science Group des MIT Media Lab sechs Anwendungsfelder untersucht, in denen KI Bauprojekte unterstützen könnte: Entwurfsautomatisierung, Vorfertigung, Genehmigungsverfahren, Terminplanung, Fachkräftekoordination sowie Lieferketten und Beschaffung. Für ein Wohnungsbauprojekt in San Francisco modelliert der Bericht mögliche Einsparungen von 17 bis 20 Prozent bei den Gesamtkosten und 22 bis 25 Prozent bei der Projektdauer.

Nutzen für Planerinnen und Planer: Architektur- und Ingenieurbüros können die sechs Anwendungsfelder als Raster für eigene Pilotprojekte nutzen. Sinnvoll ist ein Test an einem abgeschlossenen Projekt, bei dem Bearbeitungszeit, Korrekturschleifen, Datenübergaben und fachlicher Prüfaufwand mit dem bisherigen Arbeitsablauf verglichen werden.

Wichtige Info: Die genannten Einsparungen wurden nicht an mehreren realen Bauprojekten gemessen. Sie beruhen auf Literatur, frühen Pilotprojekten, Befragungen und einer Modellrechnung für ein einzelnes US-Projekt. Der Bericht bezeichnet die Werte ausdrücklich als richtungsweisend und nicht als baulich validierte Branchenkennzahlen.

Quelle: Suffolk und MIT: Construction in the Age of AI (englisch)
Einordnung: Construction Industry AI: Analyse der Berechnungsgrundlage (englisch)

18. September 2026

Competitionline: KI erschließt Vergabeunterlagen mit direkten Fundstellen

Der Auftragsagent Pro von competitionline analysiert Vergabeunterlagen und extrahiert unter anderem Fristen, Eignungs- und Bewertungskriterien, Leistungsphasen, Honorarzonen sowie Projektkennwerte. Für jeden KI-extrahierten Eintrag soll das Werkzeug auf die konkrete Stelle im Originaldokument verweisen. Ein automatischer Abgleich mit hinterlegten Büroreferenzen ist für Ende September 2026 als Beta angekündigt.

Nutzen für Planerinnen und Planer: Architektur- und Ingenieurbüros können umfangreiche Vergabeunterlagen schneller vorsortieren und Angaben gezielt im Original kontrollieren. Das kann die Vorbereitung von Teilnahmeentscheidungen und internen Akquisebesprechungen erleichtern.

Wichtige Info: Funktions- und Nutzenangaben stammen vom Anbieter; unabhängige Angaben zur Genauigkeit liegen nicht vor. Kriterien, Fristen und Ausschlussgründe müssen vor einer Bewerbung anhand der Originalunterlagen geprüft werden. Die Entscheidung über eine Teilnahme bleibt beim Büro.

Quellen: competitionline: Produkt-Update Auftragsagent Pro und competitionline: Erläuterung zur Entscheidungsverantwortung

KI-Agent steuert vorhandene Werkzeuge für die Tragwerksplanung

Das CORE studio des Ingenieurunternehmens Thornton Tomasetti (USA) erprobt einen internen KI-Agenten, der über eine gemeinsame Slack-Unterhaltung auf vorhandene Berechnungs- und Planungswerkzeuge zugreift. In einer Demonstration erzeugte das System Berechnungen, Darstellungen und eine Entwurfszusammenfassung für Bauteile eines mehrgeschossigen Gebäudes.

Nutzen für Planerinnen und Planer: Der Ansatz zeigt, wie Büros ihre vorhandenen Fachwerkzeuge künftig über eine gemeinsame sprachbasierte Oberfläche verbinden könnten. Besonders in frühen Planungsphasen könnten Varianten, Berechnungen und Dokumentation enger zusammenspielen.

Wichtige Info: Das System ist ein internes Experiment und kein öffentlich verfügbares Produkt. Thornton Tomasetti betont, dass agentische Arbeitsabläufe noch getestet werden und KI-Ergebnisse vor der Übernahme in offizielle Planunterlagen mit konventionellen Verfahren validiert werden müssen.

Quellen: DesignForAM: Agentic Engineering (englisch) und CDFAM-Interview mit Thornton Tomasetti (englisch)

16. September 2026

Autodesk kündigt projektbezogene KI für Revit und Forma an

Der CAD- und BIM-Softwarehersteller Autodesk hat neue KI-Funktionen für sein Programm Revit und die Plattform Forma vorgestellt. In Revit sollen unter anderem Raumelemente vervollständigt, Beschriftungen optimiert und Dokumentationsschritte über mehrere Ansichten hinweg automatisiert werden. Für Forma sind eine Suche innerhalb von Zeichnungen, eine Analyse von Planänderungen und eine spätere Prüfung von Unterlagen gegen Bauvorschriften, Planungsstandards und projektspezifische Anforderungen angekündigt.

Nutzen für Planerinnen und Planer: Architekturbüros, die BIM nutzen, könnten an einem abgeschlossenen Projekt testen, ob sich Planänderungen, fehlende Angaben oder wiederkehrende Dokumentationsaufgaben schneller erkennen und bearbeiten lassen. Dabei sollten Trefferquote, Korrekturaufwand und Zeitersparnis dokumentiert werden.

Wichtige Info: Die vorgestellten Funktionen haben unterschiedliche Reifegrade. Einige sind verfügbar oder befinden sich in der Beta-Phase, andere sind erst für 2027 angekündigt. Ergebnisse müssen fachlich geprüft werden; Datenverarbeitung, Lizenz und Verfügbarkeit im deutschen Konto sind vor einem Test zu klären.

Quelle: Autodesk: Forma and AI for AEC (englisch)
Einordnung: AEC Magazine: Autodesk Assistant (englisch)

7. September 2026

KI fragt direkt das BIM-Modell ab

Das britische Softwareunternehmen Speckle betreibt eine offene Datenplattform für Architektur, Ingenieurwesen und Bauwesen. Nun hat das Unternehmen eine KI-Funktion veröffentlicht, die direkt auf den in der Plattform veröffentlichten BIM- und AEC-Modelldaten arbeitet. Die KI soll unter anderem fehlende Klassifikationen, uneinheitliche Parameter oder projektübergreifende Kennwerte untersuchen können. Strukturierte Auswertungen lassen sich laut Anbieter bis zu den verwendeten Abfragen und Datenquellen zurückverfolgen.

Nutzen für Planerinnen und Planer: Büros können an einem abgeschlossenen Testmodell prüfen, ob sich Qualitätsprobleme, Flächenkennwerte oder fehlende Bauteilinformationen schneller erkennen lassen. Dabei sollten Trefferquote, Korrekturaufwand und Unterschiede zur manuellen Prüfung dokumentiert werden.

Wichtige Info: Abgefragt wird die zuletzt in Speckle veröffentlichte Modellversion. Diese muss nicht mit dem aktuellen Bearbeitungsstand übereinstimmen. Der Anbieter hat die Funktion für gehostete Nutzer freigeschaltet; für selbst gehostete Installationen gelten andere Zeitpläne. Unabhängige Angaben zur Genauigkeit liegen nicht vor.

Quelle: Speckle: Ask your model anything (englisch)

4. September 2026

KI gleicht umfangreiche Spezifikationen mit Planunterlagen ab

Arcadis ist ein international tätiges Planungs-, Ingenieur- und Beratungsunternehmen mit rund 34.000 Beschäftigten in mehr als 30 Ländern. Rund 150 Arcadis-Ingenieur:innen aus zwölf Ländern testeten sechs Monate lang die KI-Plattform von Nomic.

Ein beteiligter Ingenieur berichtet, dass er einen rund 400-seitigen Spezifikationsband mit einem vollständigen Zeichnungssatz abgleichen ließ. Die KI sollte mögliche Koordinationsprobleme erkennen. Weitere Anwendungen waren die Recherche in umfangreichen Spezifikationen und eingereichten Unterlagen sowie die Suche nach Erfahrungen aus früheren Projekten.

Nutzen für Planerinnen und Planer: KI kann eine erste Sichtung umfangreicher Projektunterlagen übernehmen. Planungsbüros könnten die Anwendung an bereits geprüften Unterlagen testen und Trefferquote, übersehene Fehler, Korrekturaufwand und Bearbeitungszeit mit dem bisherigen Vorgehen vergleichen.

Wichtige Info: Die Angaben stammen vom Unternehmen und einem beteiligten Ingenieur. Sie wurden nicht unabhängig überprüft. Angaben zu Fehlerquoten, Datenschutz und dem tatsächlichen Aufwand der fachlichen Nachprüfung fehlen. Prüfung, Entscheidung und Freigabe bleiben Aufgabe qualifizierter Planer:innen.

Quellen: Arcadis-Unternehmensmitteilung und Praxisbericht eines beteiligten Arcadis-Ingenieurs (beide englisch)

Gemini übernimmt persönliche Arbeitsvorgaben in weiteren Workspace-Apps

Google erweitert die benutzerdefinierten Anweisungen für Gemini. Gespeicherte Vorgaben zu Stil, Ton und Format gelten nun auch für die KI-Funktionen in Google Drive und Google Chat sowie in den Seitenleisten von Gmail, Sheets und Slides. Der schrittweise Rollout begann am 2. September 2026 und kann laut Google bis zu 15 Tage dauern.

Nutzen für Planerinnen und Planer: Büros können wiederkehrende Vorgaben hinterlegen, beispielsweise zur Struktur von Besprechungsnotizen, zur Kennzeichnung ungeprüfter Aussagen oder zur Trennung von Fakten, Annahmen und Empfehlungen. Das kann die Bearbeitung von E-Mails, Tabellen, Präsentationen und internen Dokumenten vereinheitlichen.

Wichtige Info: Google bietet nach eigenen Angaben keine zentrale administrative Steuerung dieser persönlichen Anweisungen. Individuelle Einstellungen ersetzen daher weder eine gemeinsame Büroregel noch die Prüfung einzelner Ergebnisse. Vertrauliche Projektinformationen sollten nur nach Klärung der zugelassenen Datenverarbeitung verwendet werden.

Quelle: Google Workspace Updates: Custom Instructions for Gemini (englisch)

28. August 2026

Studie: KI beschleunigt BIM-Automation, braucht aber mehr Korrekturen

Eine aktuelle Studie in Automation in Construction hat 31 Aufgaben zur KI-gestützten BIM-Automation untersucht. Im kontrollierten Versuch verkürzte das Sprachmodell die Bearbeitungszeit gegenüber manueller BIM-Skripterstellung um 46 Prozent. Gleichzeitig waren 32 Prozent mehr Korrekturschleifen notwendig. Besonders häufig scheiterte die KI an der korrekten Nutzung von Programmierschnittstellen. Bei komplexeren, systemübergreifenden Aufgaben nahm die Zuverlässigkeit weiter ab.

Nutzen für Planerinnen und Planer: KI kann sich bereits für klar abgegrenzte und wiederkehrende BIM-Aufgaben eignen. Planungsbüros sollten zunächst einfache Routinen testen und dabei nicht nur die eingesparte Zeit, sondern auch Korrekturen und Fehlerarten dokumentieren.

Wichtige Info: Die Ergebnisse stammen aus einer kontrollierten Studie und lassen sich nicht unmittelbar auf jedes BIM-System oder reale Projekt übertragen. KI-generierte Skripte und Modelländerungen benötigen weiterhin eine fachliche und technische Prüfung.

Quelle: Automation in Construction / Michigan Technological University (englisch)

26. August 2026

Luna in ELITECAD – KI kommt im CAD-Alltag an

Von BDB-Mitglied Kai Seiffarth, Leipzig

Seit einiger Zeit beschäftigen wir uns auch im Bund Deutscher Baumeister mit der Frage, wie Künstliche Intelligenz den Arbeitsalltag von Architektinnen und Architekten verändern kann. Besonders spannend finde ich die Vision, aus einer Punktwolke künftig weitgehend automatisiert ein intelligentes Gebäudemodell erzeugen zu lassen.

Mit Luna, der KI-Assistenz von XEOMETRIC in ELITECAD Architecture, konnte ich nun erste Schritte in diese Richtung ausprobieren.

Dabei ging es mir zunächst weniger um spektakuläre Funktionen, sondern um den normalen Planungsalltag. Ich habe Luna beispielsweise gefragt, wie sich bestimmte Aufgaben einfacher zeichnen lassen oder ob es für einen gewohnten Arbeitsweg eine bessere Funktion in ELITECAD gibt.

Gerade darin sehe ich bereits einen großen Nutzen. Statt lange in Handbüchern oder Menüs zu suchen, kann die Frage direkt während der Arbeit gestellt werden. Die KI wird damit ein Stück weit zum persönlichen Anwendungstrainer.

Noch interessanter wird es, wenn Luna das vorhandene Modell analysiert. So können beispielsweise Räume ohne Türen gesucht, Türpositionen kontrolliert oder bestimmte Abstände von Türen zu Innenwänden geprüft werden. Auch die Frage, wo sich etwa die Eingangstür im Modell befindet, kann direkt über die KI gestellt werden.

Damit entwickelt sich das CAD-System langsam von einem reinen Zeichenwerkzeug zu einem System, mit dem wir über unser Gebäudemodell kommunizieren können.

Der vollständige Weg von der Punktwolke zum automatisch erzeugten BIM-Modell ist heute noch nicht erreicht. Luna befindet sich weiterhin in der Entwicklung und komplexe Abläufe sind noch begrenzt.

Meine ersten Tests zeigen für mich aber klar die Richtung: Wir müssen dem CAD-System künftig möglicherweise weniger erklären, wie etwas ausgeführt werden soll, sondern zunehmend nur noch, was wir erreichen möchten. Genau auf diese Entwicklung freue ich mich!

Mehr Informationen dazu gibt es hier.

 

CAD-Blöcke nach Geometrie statt nach Namen suchen

Autodesk testet in AutoCAD Web eine KI-Funktion, die vorhandene Blöcke anhand ihrer Geometrie automatisch kategorisiert. Eine inhaltsbasierte Suche soll passende Blöcke auch dann finden, wenn deren Namen uneinheitlich, unklar oder unbekannt sind.

Nutzen für Planerinnen und Planer: Büros mit gewachsenen CAD-Bibliotheken können an einer Kopie eines abgeschlossenen Projekts prüfen, ob sich Bauteile und Symbole schneller wiederfinden lassen. Suchzeit, Trefferquote und notwendige Korrekturen sollten dabei dokumentiert werden.

Wichtige Info: Die Funktion ist eine Tech Preview. Autodesk weist darauf hin, dass die Zuordnung bei spezialisierten oder mehrdeutigen Geometrien fehlerhaft sein kann. Vor dem Hochladen von Projektdateien sind außerdem Datenverarbeitung und Zugriffsrechte zu prüfen. Die Tech Preview ist in AutoCAD Web verfügbar. Ob sie im jeweiligen deutschen Autodesk-Konto bereits freigeschaltet ist, sollte direkt in der Anwendung geprüft werden.

Quelle: Autodesk: Block Auto-Categorization and Search (englisch)

12. August 2026

BIM- und PDF-Prüfung: KI wird projektbezogen

Solibri bietet seit Version 26.6 einen KI-Assistenten als Beta an, der Fragen zum geöffneten Modell beantwortet und bei Regeln, Prüfläufen und Issues unterstützt. Bluebeam Max verbindet PDF-basierte Prüfprozesse mit Automatisierung und KI-Funktionen. Damit rückt KI näher an den konkreten Modell- und Dokumentkontext.

Nutzen für Planerinnen und Planer: BIM-Koordination und Planprüfung können bekannte Testmodelle oder abgeschlossene Plansätze nutzen, um Trefferquote, Korrekturzeit und eingesparte Suchzeit zu messen.

Wichtige Info: Solibri kennzeichnet den Assistenten als Beta; bei Bluebeam beruhen Nutzenangaben bislang überwiegend auf Hersteller- und Kundenaussagen. Modelle, Regeln und sensible Projektdaten nur in kontrollierten Testfällen einsetzen.

Quelle: Solibri Release Notes; Bluebeam Max (beide englisch)

 

11. August 2026

Vom IFC-Modell zum Leistungsverzeichnis: deutscher Beta-Test angekündigt

BauerSoftware kündigt für BUILDUP eine KI-Funktion an, die IFC-Bauteile und Mengen analysiert, Leistungspositionen zuordnet und einen prüfbaren LV-Vorschlag erstellt. Der Beta-Start ist für August, die Integration für August/September 2026 angekündigt. Ein belastbarer Produktivitätsnachweis liegt noch nicht vor.

Nutzen für Planerinnen und Planer: AVA- und BIM-Büros können einen abgeschlossenen Referenzfall nutzen und Abweichungen bei Mengen, Positionen und Ausschreibungstexten systematisch protokollieren.

Wichtige Info: Vor produktivem Einsatz sind Modellqualität, Datenverarbeitung, VOB-/GAEB-Tauglichkeit, Versionierung und fachliche Haftung zu klären.

Quelle: BauerSoftware

5. August 2026

CAD und Flächenerkennung: KI kommt in einzelne Arbeitsschritte

Autodesk testet in AutoCAD Web die Funktion „Block Generate with AI“: Aus einer Textbeschreibung entsteht ein editierbarer 2D-Block. In Autodesk Forma ist außerdem eine öffentliche Beta zur automatischen Raum- und Flächenerkennung verfügbar. Beide Beispiele zeigen: KI wird vom separaten Chatbot zum Bestandteil konkreter Planungs- und Dokumentationsabläufe.

Nutzen für Planerinnen und Planer: Mitgliedsbüros sollten eng begrenzte Testfälle wählen und Zeitgewinn, Korrekturaufwand und typische Fehler dokumentieren.

Wichtige Info: Autodesk weist selbst darauf hin, dass generierte Geometrie – besonders Maße – nachbearbeitet werden kann. Ergebnisse nicht ungeprüft in Planunterlagen, Mengen oder Abrechnungen übernehmen.

Quelle: AutoCAD Tech Preview; Autodesk Forma Juli-Update (beide englisch)

30. Juli 2026

Der sichere Einstieg beginnt nicht beim Gebäudeentwurf

29 Prozent der von der Bundesarchitektenkammer 2025 befragten Architekt:innen nutzten KI im Büroalltag, meist noch in der Erprobung. Für kleine und mittlere Büros liegen die niedrigschwelligen Einstiege bei Recherche, Protokollentwürfen, Zusammenfassungen, Dokumentation und Textarbeit – nicht bei der autonomen Planung.

Nutzen für Planerinnen und Planer: Mit einem klar abgegrenzten Workflow beginnen, keine sensiblen Projektdaten verwenden und jede Ausgabe fachlich prüfen. So lässt sich Nutzen messen, ohne Verantwortung auszulagern.

Quelle: Bundesarchitektenkammer

17. Juni 2026

KI automatisiert Elektrotrassen und Kollisionsprüfung

Augmenta hat seine Construction Platform ACP 2.0 für den nordamerikanischen Markt veröffentlicht. Die Software erzeugt Elektrotrassen und prüft sie in Echtzeit auf Kollisionen mit Tragwerk, Lüftungs- und Rohrleitungssystemen. Zielgruppe sind vor allem Elektrofachunternehmen sowie BIM- und VDC-Teams.

Nutzen für Planerinnen und Planer: Für TGA-Planung und BIM-Koordination zeigt die Anwendung, wie KI regelbasierte Routing- und Abstimmungsaufgaben übernehmen kann.

Wichtige Info: Die Leistungsangaben stammen vom Anbieter. Das Produkt ist auf nordamerikanische Abläufe ausgerichtet; unabhängige Nachweise und Aussagen zur Eignung für deutsche Normen und Planungsprozesse fehlen.

Quelle: Augmenta: ACP 2.0 (englisch)