Direkt zum Inhalt wechseln
15. Januar 2024 | Aus der Branche | Bund

Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“

Ad-hoc-Papier anlässlich der Haushaltsberatungen des Deutschen Bundestags

Der BDB engagiert sich seit Jahren im Aktionsbündnis „Impulse für den Wohnungsbau“, dem neben den beiden großen Architekt:innen- und Ingenieur:innen-Kammern viele weitere wichtige Akteure der Bau- und Planungsbranche angehören.

Angesichts der weiterhin dramatischen Lage im Wohnungsbausektor und den haushaltsbedingten Einschnitten in das eigentlich vorgesehene Maßnahmenpaket der Bundesregierung hat das Bündnis heute ein Ad-hoc-Papier vorgelegt. Darin fordert die Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ ein schnelles Umsteuern mit 6 Maßnahmen.

Richtige Anreize setzen – Wohnungsbaukrise bewältigen – soziale Schieflage vermeiden

1. Degressive AfA umgehend einführen

Angesichts der Rahmenbedingungen am Markt ist es trotz des hohen Wohnungsbedarfs vielfach schwierig, geplante Projekte im vorgesehenen Kostenrahmen zu realisieren. Die als Teil des Wachstumschancengesetzes vorgesehene erhöhte degressive Abschreibungsrate von 6% p.a. kann dazu beitragen, noch nicht realisierte Vorhaben doch noch zu bauen. Allerdings wurde das Wachstumschancengesetz im Bundesrat gestoppt. Hier sind Bundestag und Bundesrat aufgefordert, im Vermittlungsausschuss schnellstmöglich eine Einigung zu erzielen. Darüber hinaus ist die Einführung einer Zuschusskomponente für nicht gewinnorientierte Vermieter erforderlich.

 2. Sozialen Wohnungsbau weiter stärken

Es ist zu begrüßen, dass die Bundesregierung die Mittel für den sozialen Wohnungsbau sukzessive deutlich ausgeweitet hat und mit jeweils 3,5 Mrd. Euro 2025 und 2026 den jährlichen Mitteleinsatz gegenüber 2021 mehr als verdreifachen will. Während die Bedeutung des sozialen Wohnungsbaus angesichts der prekären Lage auf dem freien Wohnungsmarkt steigt, reicht die Bautätigkeit allerdings nicht aus, um den Sozialwohnungsbestand zu stabilisieren: 2022 wurden 22.500 neue Sozialwohnungen gebaut, aber 36.500 fielen aus der Preisbindung. Die soziale Wohnraumförderung muss daher – flankiert durch entsprechende Mittel der Länder – weiter signifikant erhöht und auf lange Sicht verstetigt werden.

3. Förderung des Klimafreundlichen Neubaus (KFN) verlässlich finanzieren

Seit Wegfall der EH 55-Förderung zum Jahresanfang 2022 ist die Neubau-Förderkulisse von erheblicher Unsicherheit geprägt. Nun wurde die ambitionierte Förderung des klimafreundlichen Neubaus aufgrund aufgebrauchter Mittel Ende 2023 kurzfristig gestoppt – zusätzliche Verunsicherung im Markt ist die Folge. Investoren und Bauherren brauchen Verlässlichkeit. Die KFN-Mittel müssen aufgestockt und verstetigt werden, damit sie langfristig planbar Investitionen auslösen können und kurzfristige Förderabbrüche vermieden werden.

4. „Jung kauft Alt“ und „Gewerbe zu Wohnen“ schnell und unbürokratisch einführen

Die Nutzung leerstehender Gewerbeflächen für Wohnzwecke und die Erleichterung der Bildung von Wohneigentum für Familien durch Erwerb und Sanierung von Bestandsgebäuden kann zur Entschärfung der Wohnungsknappheit beitragen und die ressourceneffiziente Weiternutzung des vorhandenen Gebäudebestands forcieren. Die im Rahmen des Maßnahmenpakets geplanten Förderprogramme sind daher zu begrüßen. Nun sind die schnelle Umsetzung und die auskömmliche und verlässliche Finanzierung der Maßnahmen erforderlich.

5. Sanierungsförderung verbessern

Die Steigerung der Gebäudeenergieeffizienz ist für die Transformation des Immobiliensektors hin zur Klimaneutralität essenziell. Umso kritischer sind Fehlanreize oder Unsicherheiten im Fördersystem – etwa im Hinblick auf deutlich unterschiedliche Fördersätze für die Ertüchtigung von Gebäudehülle bzw. Gebäudetechnik. Für die ökologisch und ökonomisch effiziente Transformation ist das Zusammenspiel aus Sanierung der Hülle und CO2-neutraler Deckung des verbleibenden Wärmebedarfs erforderlich. Der im Zuge der Haushaltskrise beschlossene Wegfall höherer Fördersätze für Effizienzmaßnahmen und die Ungleichbehandlung von Selbstnutzern bzw. Vermietern beim Speed-Bonus für den Heizungstausch sowie der Stopp der Förderung serieller Sanierungen sind daher fatal. Für die Erreichung der Klimaziele im Gebäudesektor sind Verlässlichkeit, die Angleichung der Förderung von Maßnahmen an Gebäudehülle bzw. -technik sowie die förderrechtliche Gleichbehandlung von Vermietern und Selbstnutzern von größter Bedeutung. Die neue BEG-Förderrichtlinie muss entsprechend angepasst und zur Vermeidung erneuter Förderstopps gesichert ausfinanziert werden.

6. Planungs- und baurechtliche Rahmenbedingungen schnell reformieren

Die planungs- und baurechtlichen Vorgaben sind an vielen Stellen kompliziert und kostentreibend. Ansätze zur Planungs- und Baubeschleunigung sind aufgrund der föderalen Struktur häufig nicht einfach umzusetzen. Die aktuellen Pläne zur Beschleunigung und Vereinfachung des Planens und Bauens, etwa in Bezug auf die Stärkung der Typengenehmigung, die Angleichung der Landesbauordnungen oder die Digitalisierung des Genehmigungsprozesses, sind daher sehr zu begrüßen. Weiterhin muss die Möglichkeit zur Abweichung von technischen Baubestimmungen und darüberhinausgehenden anerkannten Regeln der Technik aus-gebaut und rechtssicher ausgestaltet werden. Bund und Länder müssen die beim Wohnungsbaugipfel, dem Bund-Länder-Pakt zur Baubeschleunigung und der Bauministerkonferenz beschlossenen Maßnahmen nun schnell und vollständig realisieren.

Das gesamte Ad-Hoc-Papier finden Sie hier zum Download

Nachrichten alle Nachrichten

30. April 2026 | Berufspolitik Bund

Stellungnahme zur Modernisierung des Städtebau- und Raumordnungsrechts

Der Entwurf enthält wichtige Fortschritte bei Wohnungsbau, Verfahrensvereinfachung und Klimaresilienz. Doch es mangelt an realistischen Fristen, klaren Zuständigkeiten und einer Stärkung der Verwaltungen.
29. April 2026 | Verbandsnachrichten Leipzig

Exkursion nach Plauen (Sachsen)

Die Elsteraue im Wandel – vom Industrie-Areal zum Kreativquartier
29. April 2026 | Berufspolitik Niedersachsen

Save the Date: Baukultursymposium in Hannover

Am 27. August ist es wieder so weit: Das Baukultursymposium in Hannover, bereits zum 20. Mal, lädt zur Diskussion ein
28. April 2026 | Aus der Branche Nordrhein-Westfalen

Barrierefreies Bauen: Friederike Proff im WDR 5 Morgenecho.

Wie geht barrierefreies Bauen? Oft entscheidet ein einzelner Aufzug über die Mobilität im Alltag. Architektin Friederike Proff erklärt, warum Lösungen oft komplex sind und worauf es beim Bauen ankommt. Jetzt reinhören!
21. April 2026 | Verbandsnachrichten Nordrhein-Westfalen

Architektur in Wuppertal hat Zukunft!

Nach der Sicherung des Studiengangs Architektur an der Bergischen Universität Wuppertal richtet sich der Blick nun auf die nächsten Schritte.
20. April 2026 | Verbandsnachrichten Nordrhein-Westfalen

Vom Wahlkampf in die Verantwortung: Zukunft wird gebaut!

Vom Wahlkampf in die Verantwortung: Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Gemeinsam bringen BDB.NRW, IAA und 60+ zentrale Themen wie Vernetzung, Klimaschutz, Effizienz und Nachwuchsförderung in die Kammerarbeit ein und arbeiten für eine zukunftsfähige Architektenschaft in NRW.
(v.l.n.r.) Vors. Jürgen Papenburg und die Jubilare Hermann Nümann, Werner Kuhls, Hans-Dietrich Hagen, Friedrich Cornils
18. April 2026 | Verbandsnachrichten Celle / Uelzen

BG Celle Uelzen - Jürgen Papenburg erneut zum Vorsitzenden gewählt

Die Mitglieder der BG Celle und Uelzen haben anlässlich ihrer Jahreshauptversammlung bei den Wahlen Jürgen Papenburg als Vorsitzenden in seinem Amt bestätigt.
17. April 2026 | Aus der Branche BDB Braunschweig Wolfenbüttel Salzgitter Helmstedt Göttingen

Rückblick: Der BDB guckte hinter den Bauzaun bei Don Camillo und Peppone

Die Bezirksgruppe Braunschweig bot den exklusiven Blick hinter die Kulissen bzw. den Bauzaun der Sanierung der Wolfsburger Hochhäuser Don Camillo + Peppone.
13. April 2026 | Verbandsnachrichten Bund

Baumeisterlich 4.0 für Uwe Fickenscher – Ganzheitlich nachhaltig

Mit dem Qualitätssiegel „Baumeisterlich 4.0 – digital · integral · nachhaltig“ zeichnet der BDB Planer:innen aus, die das Planen und Bauen von heute beherrschen – und das von morgen aktiv mitgestalten.
26. März 2026 | Verbandsnachrichten Berlin-Brandenburg

Erfolgreicher italienisch-deutscher Fachaustausch zu Bunkeranlagen in Strausberg

Diskutiert wurde der Spannungsbogen zwischen Erinnerungskultur, Denkmalpflege und aktueller sicherheitspolitischer Debatte.