Die Bezirksgruppen Leipzig und Erzgebirge-Chemnitz des Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure e.V. begaben sich auf eine gemeinsame Exkursion nach Plauen – eine Stadt, deren Geschichte untrennbar mit textilem Handwerk, industriellem Aufstieg und strukturellem Wandel verbunden ist. Im Fokus stand die Entwicklung der Elsteraue, die sich zunehmend vom ehemaligen Industrieareal zu einem kreativen Zukunftsraum transformiert.
Mit einer Gruppe von 15 Teilnehmenden wurde ein Spannungsbogen durchlaufen, der vom mittelalterlichen Ursprung bis zur Gegenwart reicht – eine Reise durch wirtschaftliche Blütezeiten, strukturelle Brüche und neue Perspektiven. Plauen, einst weltweit bekannt durch die Herstellung der Plauener Spitze, steht heute exemplarisch für die Fähigkeit einer Stadt, ihre Identität zu bewahren und gleichzeitig neu zu definieren.
Den Auftakt bildete eine eindrucksvolle Führung durch die historischen Weberhäuser, geleitet von Margitta Schier und unterstützt durch den engagierten Die Bezirksgruppen Leipzig und Erzgebirge-Chemnitz des Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure begaben sich auf eine gemeinsame Exkursion nach Plauen – eine Stadt, deren Geschichte untrennbar mit textilem Handwerk, industriellem Aufstieg und strukturellem Wandel verbunden ist. Im Fokus stand die Entwicklung der Elsteraue, die sich zunehmend vom ehemaligen Industrieareal zu einem kreativen Zukunftsraum transformiert... In den liebevoll restaurierten Höfen und Werkstätten wurde Geschichte greifbar: enge Wohnverhältnisse, handwerkliche Präzision und der Alltag vergangener Jahrhunderte entfalten sich hier nicht als abstrakte Erzählung, sondern als unmittelbare Erfahrung. Die detailreiche Inszenierung der Räume verleiht jedem Winkel eine eigene Stimme – ein lebendiges Archiv handwerklicher Kultur.
Kulinarisch fand die Exkursion ihren Ankerpunkt im Altes Handelshaus Plauen, dessen historische Substanz und atmosphärischer Hofgarten den inhaltlichen Faden des Tages aufnahmen und fortführten.
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Fabrik der Fäden – Museum für Textilgeschichte. Die Ausstellung zeichnet die industrielle Entwicklung der Region eindrucksvoll nach – von der Heimarbeit über die Hochphase der Textilproduktion bis hin zum strukturellen Umbruch. Besonders bemerkenswert ist die architektonische Umsetzung durch Neumann Architekten: Der sensible Umgang mit dem Bestand, die präzise Setzung neuer Elemente und die klare räumliche Dramaturgie machen das Gebäude selbst zum Exponat. Hier wird Transformation nicht nur erzählt, sondern gebaut.
Zwischen den Programmpunkten entwickelte sich ein intensiver fachlicher Austausch. Aktuelle Themen der Baukultur, Fragen zur Transformation bestehender Strukturen und persönliche Erfahrungen verbanden sich mit nostalgischen Rückblicken – ein Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft, getragen von gemeinsamer Profession und Neugier.
Die Exkursion nach Plauen hinterlässt den Eindruck einer Stadt im Übergang – nicht als Bruch, sondern als Fortsetzung ihrer eigenen Geschichte mit neuen Mitteln. Die Vorfreude auf die nächste gemeinsame Exkursion im September 2026 ist entsprechend groß.