Helmut Krause, Jahrgang 1936, fand seinen Weg ins Bauwesen über die Praxis: Nach einer Maurerlehre folgte von 1957 bis 1959 das Studium des Bauingenieurwesens an der staatlichen Ingenieurschule für Bauwesen in Höxter. Bereits in dieser frühen Phase verband er handwerkliche Bodenständigkeit mit planerischem Anspruch. Berufliche Stationen führten ihn zunächst in das Büro Albert Buck in Bielefeld, bevor er ab 1961 den Schritt in die Selbständigkeit ging und ein Ingenieurbüro für Baukonstruktion gründete. Sein Berufsleben stand damit von Beginn an für Verantwortung, Gestaltungswille und Verlässlichkeit – Werte, die Kolleginnen und Kollegen wie auch Auftraggeber an ihm schätzten.
Sein Engagement für die berufsständische Selbstverwaltung und die Qualität des Planens und Bauens war außergewöhnlich. Seit 1972 war Helmut Krause Mitglied der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen (AKNW). Seit 1974 gehörte er der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen an – und war zugleich Mitglied der ersten Vertreterversammlung dieser Kammer. Damit war er von Anfang an Teil einer Generation, die Strukturen aufgebaut hat, die bis heute tragen.
Dem BDB trat Helmut Krause 1968 bei – und blieb dem Verband über Jahrzehnte in herausragender Weise verbunden. Im Bezirksverband Bielefeld übernahm er früh Verantwortung: 1971 als Schatzmeister, ab 1974 als 2. Vorsitzender und schließlich von 1977 bis 1993 als 1. Vorsitzender des BDB Bielefeld.
Auch auf Landes- und Bundesebene wirkte er prägend: ab 1979 als Mitglied im Landesvorstand des BDB.NRW, ab 1980 als Mitglied im Bundesvorstand des BDB. Von 1983 bis 1992 war er stellvertretender Landesvorsitzender und von 1992 bis 1997 schließlich Landesvorsitzender des BDB.NRW. In diesen Jahren war er Ansprechpartner, Brückenbauer und Antreiber – stets mit dem Blick darauf, den Berufsstand zu stärken und die Rahmenbedingungen für qualitätsvolles Planen und Bauen zu verbessern.
Für seine Verdienste erhielt Helmut Krause zahlreiche Auszeichnungen. 1991 wurde ihm die Große Goldene Bundesnadel des BDB verliehen. 1998 erhielt er aus der Hand des damaligen Bielefelder Bürgermeisters Eberhard David das Bundesverdienstkreuz am Bande – eine Ehrung, mit der insbesondere sein Engagement in der Gründung der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen und für die berufsständische Selbstorganisation gewürdigt wurde.
Wie nur wenige verkörperte Helmut Krause den Grundgedanken unseres Verbandes: das partnerschaftliche Zusammenwirken von Architektur und Ingenieurwesen – frühzeitig, auf Augenhöhe und mit gemeinsamer Verantwortung. Ihm ging es nicht um Zuständigkeiten, sondern um Qualität, Funktionalität und Dauerhaftigkeit des Bauwerks – und damit um den bestmöglichen Nutzen für Bauherrschaft und Öffentlichkeit. Diese Haltung hat er gelebt – im Beruf ebenso wie im Ehrenamt.
Wir verneigen uns in Dankbarkeit vor einer Lebensleistung, die weit über die eigene berufliche Tätigkeit hinausreicht. Helmut Krause hat Spuren hinterlassen: in Projekten, in Gremien, in Diskussionen – und bei vielen Menschen, die ihn als verlässlichen Kollegen, klugen Ratgeber und standfesten Vertreter unseres Berufsstandes erlebt haben.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Wir werden Helmut Krause ein ehrendes Andenken bewahren.
Jörg Friemel, Landesvorsitzender BDB.NRW BDB.NRW