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3. Mai 2026 | Aus der Branche | Rheinland-Pfalz

BDB-Landesverbandstag 2026: Ein starkes Signal für Zukunft, Demokratie und Baukultur

Unter dem Leitmotiv „Wir bauen Zukunft – resilient, demokratisch, lebenswert“ wurde nicht nur diskutiert, sondern spürbar gestaltet – mit klaren Impulsen für die Zukunft des Planens und Bauens.

Wenn fachlicher Anspruch, berufspolitisches Engagement, gelebte Kollegialität und ein inspirierender Ort zusammenkommen, entsteht etwas Besonderes. Genau das zeigte die gemeinsame Jahrestagung der BDB-Landesverbände Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg am 24. und 25. April 2026 in eindrucksvoller Weise. Unter dem Leitmotiv „Wir bauen Zukunft – resilient, demokratisch, lebenswert“ wurde nicht nur diskutiert, sondern spürbar gestaltet – mit klaren Impulsen für die Zukunft des Planens und Bauens.

Und als hätte sich selbst das Wetter dem Anspruch dieser Veranstaltung angeschlossen: Zwei Tage lang begleitete strahlender Sonnenschein bei tiefblauem Himmel das Geschehen und verlieh der Tagung eine fast sinnbildliche Leichtigkeit und Aufbruchsstimmung.

Neustadt an der Weinstraße begeistert – Baugeschichte lebendig erzählt

Der Auftakt in Neustadt an der Weinstraße setzte direkt ein starkes Zeichen für Austausch und Gemeinschaft. Nach der Sitzung des erweiterten Landesvorstandes des BDB Rheinland-Pfalz wurde die Stadt bei einer historischen Altstadtführung auf besondere Weise erlebbar.

Mit großer Fachkenntnis, Charme und spürbarer Begeisterung führte Gästeführerin Jutta Hofmeister die Teilnehmenden durch die verwinkelten Gassen, vorbei an eindrucksvollen Fachwerkhäusern, malerischen Plätzen, Brunnen und der imposanten Stiftskirche. Ihre lebendigen Erzählungen machten die baugeschichtliche Entwicklung Neustadts greifbar – von mittelalterlichen Strukturen bis hin zu prägenden Elementen regionaler Baukultur.

Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen kamen die Delegationen aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg in entspannter Atmosphäre zusammen. Hier wurde nicht nur gefachsimpelt, sondern vor allem der persönliche Austausch gepflegt – offen, kollegial und von gegenseitigem Respekt getragen.

Partnerschaft mit Perspektive: Gemeinsam Richtung BDB Südwest

Ein zentrales Element der Tagung war die sichtbar enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der beiden Landesverbände Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Diese Partnerschaft geht längst über punktuelle Kooperation hinaus – sie steht beispielhaft für ein gemeinsames Verständnis von Baukultur, Verantwortung und Zukunftsgestaltung im BDB.

Besonders im Hinblick auf die geplante Gründung des BDB Südwest gemeinsam mit Hessen und dem Saarland wurde deutlich, welche Kraft in dieser Zusammenarbeit steckt. Die Tagung wurde so auch zu einem wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer noch stärkeren, länderübergreifenden BDB-Struktur.

Die gegenseitige Wertschätzung und das freundschaftliche Miteinander waren während der gesamten Veranstaltung spürbar – und wurden von vielen Teilnehmenden als echtes Zukunftsmodell hervorgehoben.

Hambacher Schloss: Ein Ort, der Haltung verlangt

Herzstück der gemeinsamen BDB-Landestagung war die öffentliche Veranstaltung auf dem Hambacher Schloss, das den inhaltlichen Diskussionen eine besondere Tiefe verlieh. Kaum ein Ort steht so eindrucksvoll für Demokratie, Freiheit und Bürgerrechte – Werte, die auch im Planen und Bauen eine zentrale Rolle spielen.

In der Begrüßung von BDB-Präsidentin Ute Zeller und BDB-Landesvorsitzenden Oliver G. Kleiner wurde genau dieser Zusammenhang betont: Wer Lebensräume gestaltet, übernimmt Verantwortung für das gesellschaftliche Miteinander. Architektur und Ingenieurwesen sind damit immer auch Ausdruck unserer demokratischen Kultur.

Hochrangige Gäste aus Politik, Verwaltung und Fachwelt unterstrichen die Bedeutung der BDB-Veranstaltung. Dem Oberbürgermeister der Gastgeberstadt, Marc Weigel, war es vorbehalten, den Reigen der Grußworte zu eröffnen. Dabei ordnete Weigel wohltuend offen und ehrlich ein, was das Sondervermögen konkret für seine Stadt bedeutet: Die in Neustadt in den kommenden Jahren ankommenden Mittel seien lediglich „ein Tropfen auf den heißen Stein“.

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Bundesbauministerin Verena Hubertz ließen es sich anschließend nicht nehmen, die zahlreichen Gäste im Festsaal des Hambacher Schlosses per Videobotschaft zu begrüßen. Auch ihre Beiträge machten deutlich, wie eng Baukultur, gesellschaftliche Entwicklung und politische Rahmenbedingungen miteinander verknüpft sind.

Fachliche Impulse mit Weitblick

Die anschließenden Festvorträge griffen die zentralen Herausforderungen unserer Zeit auf und führten das Tagungsmotto eindrucksvoll fort. Themen wie nachhaltiges Bauen, resiliente Planung und die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen standen im Mittelpunkt.

Nur im Schulterschluss: Bauwesen braucht gemeinsames Handeln – BDB zentraler Partner

Mit Ludger Kraemer, Ministerialdirigent und Unterabteilungsleiter „Wirtschaftliches Bauen“ im Bundesbauministerium, erhielt der Landesverbandstag eine fundierte bundespolitische Einordnung. Der in Bonn ansässige und an der Universität Kaiserslautern ausgebildete Experte zeichnete ein klares Bild der aktuellen Lage im Bauwesen: „Die Lage des Planens und Bauens in Deutschland ist trotz einer sich abzeichnenden Trendwende unter fachlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten anspruchsvoll und herausfordernder denn.“

Kraemer betonte zugleich, dass tragfähige Lösungen nur im engen Zusammenspiel aller Akteure entstehen können und dabei spielt der BDB eine wichtige Rolle. Entscheidend sei der Schulterschluss zwischen Bund, Ländern, Kommunen, Planungsberufen, Handwerk sowie Bau- und Immobilienwirtschaft – als Grundlage für zukunftsfähige und lebenswerte Städte und Gemeinden.

BDB-Präsident Christoph Schild setzt starkes Signal für resiliente Bauplanung

Mit einer leidenschaftlichen Rede setzte BDB-Präsident Christoph Schild zum Thema „Resiliente Bauplanung – Verantwortung von Architektur und Ingenieurwesen“ einen der prägenden Höhepunkte des Landesverbandstages. Klar, direkt und ohne Umschweife benannte der Architekt die drängenden Herausforderungen der Branche – und formulierte zugleich deutliche Kritik an einzelnen politischen Rahmenbedingungen.

Besonders scharf fiel seine Einschätzung zu den aus seiner Sicht nachlassenden Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel aus. Mit Blick auf das Jugendorchester der Kolpingskapelle Hambach fand Schild eindringliche Worte: „Wenn wir jetzt nicht handeln, zahlen diese jungen Menschen – und ihre Kinder – die Zeche.“ Damit rückte er die Verantwortung der Gegenwartsgeneration unmissverständlich in den Fokus.

Schild machte deutlich, dass resiliente Bauplanung weit mehr ist als ein Schlagwort: Sie verlange ein konsequentes Umdenken in Planung, Genehmigung und Umsetzung. Architektur und Ingenieurwesen stünden in der Pflicht, tragfähige, nachhaltige und zugleich praxistaugliche Lösungen zu entwickeln – bräuchten dafür jedoch verlässliche politische Leitplanken und mehr Entschlossenheit.

Seine engagierte und mitreißende Rede wurde mit langanhaltendem, begeistertem Beifall aufgenommen und setzte ein klares Signal der Geschlossenheit und Aufbruchstimmung innerhalb des Verbandes.

Baukultur als Fundament der Demokratie

Mit Reiner Nagel, Vorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, erhielt der Landesverbandstag einen weiteren hochkarätigen Impuls. Unter dem bewusst gewählten Titel „Wir bauen (für) die Demokratie“ – passender könnte er am Hambacher Schloss kaum sein – stellte Nagel die gesellschaftliche Dimension von Baukultur in den Mittelpunkt seines Vortrags.

Dabei betonte er eindringlich die Verantwortung der heutigen Generation gegenüber der Zukunft. Immer wieder richtete er sich dabei auch direkt an die jungen Musikerinnen und Musiker im Saal und machte deutlich, dass gebaute Umwelt immer auch Lebenswelt kommender Generationen ist. Baukultur sei damit weit mehr als Gestaltung – sie sei gelebte Demokratie.

In seinem anschaulichen PowerPoint-Vortrag griff Nagel zudem zentrale Inhalte der aktuellen Baukulturberichte auf und zeigte anhand konkreter Beispiele, wie eng Qualität im Planen und Bauen mit gesellschaftlichem Zusammenhalt verknüpft ist.

Sein pointierter und inhaltlich dicht strukturierter Vortrag band das Publikum sichtbar ein und verstärkte die ohnehin deutlich spürbare Aufbruchstimmung des Landesverbandstages.

Für die musikalische Umrahmung des Landesverbandstages sorgte das Jugendorchester der Kolpingskapelle Hambach unter der Leitung von Maximilian Stutz und Robert Köhler. Es begleitete sowohl den Sektempfang im Innenhof des Hambacher Schlosses als auch die öffentliche Veranstaltung im Festsaal – mit seinem begeisternden Auftritt unterstrich das Orchester die Qualität der Nachwuchsarbeit und trug wesentlich zur besonderen Atmosphäre des Veranstaltungstages bei.

Neuwahlen und Ehrungen prägen Mitgliederversammlung

Am Nachmittag nutzten viele Gäste die Gelegenheit, die Ausstellung im Hambacher Schloss zu besuchen und sich intensiv mit der Geschichte des Hambacher Festes von 1832 auseinanderzusetzen – ein eindrucksvoller Einblick in die Ursprünge demokratischer Bewegungen in Deutschland.

Währenddessen fand die Mitgliederversammlung des BDB Rheinland-Pfalz satt – im Mittelpunkt standen dabei die Neuwahl des Landesvorstandes sowie die Würdigung langjährig engagierter Mitglieder.

Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurde Elmar Härter ausgezeichnet, für 40 Jahre Mitgliedschaft Jürgen Fechtenkötter – ein Ausdruck großer Verbundenheit und verlässlicher Kontinuität innerhalb des Verbandes.

Im Anschluss stand die Neuwahl des Landesvorstandes im Mittelpunkt. Der Landesvorsitzende Oliver G. Kleiner wurde dabei einstimmig in seinem Amt bestätigt. Zum neuen stellvertretenden Landesvorsitzenden wurde Elmar Härter gewählt, der damit seine langjährige Verbandsarbeit in neuer Position fortführt.

Mit großem Respekt und herzlichem Dank wurde Dr. Wolfgang Naumer aus dem Amt des stellvertretenden Landesvorsitzenden verabschiedet. Sein langjähriges Engagement und seine kontinuierliche Arbeit für den Verband wurden mit großer Anerkennung gewürdigt und hinterlassen sichtbare Spuren.

Die weiteren Ergebnisse der Vorstandswahlen sind im Detail unter „Der Vorstand im Detail“ aufgeführt.

Ein Landesverbandstag mit Signalwirkung

Der BDB-Landesverbandstag 2026 hat gezeigt, wie wichtig der Schulterschluss innerhalb der Branche ist – und welches Potenzial in einer starken, gemeinsamen Stimme liegt.

Mit fachlicher Tiefe, inspirierenden Begegnungen und einer Atmosphäre, die von Offenheit und Aufbruch geprägt war, setzte diese Tagung ein deutliches Zeichen: Für eine Baukultur, die Verantwortung übernimmt. Für ein Planen und Bauen, das Zukunft gestaltet. Und für eine Zusammenarbeit, die weit über Landesgrenzen hinausdenkt.

Kurz gesagt: Zwei Tage, die in Erinnerung bleiben – und die Lust auf BDB und die gemeinsame Zukunft im BDB Südwest machen!

BDB Landesverbandsvorstand im Detail:

Oliver G. Kleiner, Landesvorsitzender

Elmar Härter, Stellvertretender Landesvorsitzender

Kurt Kau, 3. Landesvorsitzender, Vorstandsmitglied für Finanzen

Maximilian Gebert, Beisitzer, Redaktionsleiter Landesnachrichten

Harry Siemens, Beisitzer, Schriftführer

Norbert Seitz, Beisitzer, Mitgliederverwaltung

Gerlinde Wolf, Beisitzerin

Fabian Siemens, Beisitzer

Peter Schwenkmezger, Beisitzer

_____________________________________

Jürgen Fechtenkötter, Berater Architekt:innen:

Peter Michael Willwacher, Berater Ingenieur:innen

Harry Siemens, Berater Unternehmer:innen

Fabian Siemens, Berater Studierende & Young Professionals

Klaus Urschel, Kassenprüfer

Günter Thiede, Kassenprüfer

Text:  Oliver G. Kleiner

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