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18. Oktober 2022 | Berufspolitik | Nordrhein-Westfalen

Maßnahmenpaket des Bündnis für bezahlbares Wohnen – Land NRW gefordert!

Das Mitte Oktober 2022 verabschiedete Maßnahmenpaket des Bündnis für bezahlbares Wohnen enthält gute Ansätze, jetzt müssen alle an Planung und Bau Beteiligten an der Umsetzung arbeiten.

Ich setze mich ein für Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Planenden und den KollegInnen der Genehmigungsbehörden. Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen gut bewältigen. Dazu gehören eine Stellenoffensive für den ÖD, die zeitgemäße (auch digitale) Ausstattung der Behörden und die Förderung des Austauschs zwischen allen an der Planung Beteiligten. Das Maßnahmenpaket geht in die richtige Richtung – nun sind das Land NRW und alle KollegInnen im Land gefordert.

Dipl.-Ing. Friederike Proff, stellv. Landesvorsitzende BDB.NRW

Aus Sicht des BDB ist das Maßnahmenpaket gelungen. Es ist umfangreich und ambitioniert. Begrüßenswert ist zudem, dass viele vom BDB lange geforderte Impulse und Maßnahmen im Paket des Bündnisses aufgenommen wurden.

Ergänzend dazu sind dem BDB folgende Aspekte besonders wichtig:

  1. Das sozialpolitisch wichtige Ziel der Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum darf nicht hauptsächlich durch Neubau angegangen werden. Dieser schadet dem Klima, gefährdet die Nachhaltigkeitsziele und verlässt den Pfad zur Minderung von Treibhausgasemissionen im Gebäudebereich. Wichtig sind daher die Entwicklung des Bestandes, Anreize zur besseren Verteilung und effektiveren Nutzung von Wohnraum sowie Suffizienz und Reduktion. Gerade hier liegt ein entscheidender Schlüssel: Unsere Flächenansprüche müssen neu justiert werden. Hierzu hat der BDB 2021 in seinem Klimabauplan Vorschläge gemacht.
  2. Die Reduzierung von Normen und Standards kann helfen. Der Bund muss Einfluss auf das privatwirtschaftlich organisierte DIN nehmen, die mittelständischen Planungsbüros an der Normung besser beteiligen und verpflichtende Reduzierungsziele vorgeben. Die meisten Normen beim Planen und Bauen sind nicht Gesetze oder Rechtsverordnungen, sondern Standards des DIN. Der BDB arbeitet aktiv in der Kommission Mittelstand des DIN mit, um diese Ziele zu erreichen.
  3. Wir haben wie beim klimagerechten Planen und Bauen weniger ein Erkenntnis- als ein Umsetzungsproblem. Das serielle Bauen und Typengenehmigungen haben dem schnellen und kostengünstigen Bauen in den letzten Jahren kaum genutzt und bergen die Gefahr der Verödung unserer Städte. Der Preisexplosion ist durch Förderprogramme, verpflichtender Vorratshaltung bei strategisch wichtigen Baustoffen wie Holz einschl. der Begrenzung seiner thermischen Verwertung und der intelligenteren Nutzung des Bestandes zu begegnen.

Zur Seite der Bundesregierung – Download möglich.

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