Hitze, Dürreperioden, Starkregen und Überschwemmungen belasten die Menschen in Städten und Gemeinden immer stärker. Sie mindern die Lebensqualität, gefährden die Gesundheit und bedrohen die wirtschaftliche Entwicklung. Bis 2050 wird Hitzestress weltweit allein aufgrund von Produktivitätseinbußen zu wirtschaftlichen Verlusten von 7,1 Billionen US-Dollar führen. Das World Economic Forum stuft die Gesundheitsbelastung der Beschäftigten und den damit verbundenen Verlust an Arbeitsproduktivität als eine der zentralen ökonomischen Risiken ein. Auch die gesundheitlichen Folgen sind immens. Eine halbe Million Menschen sterben jährlich weltweit an extremer Hitze. Hitze fordert mehr Todesopfer als Überschwemmungen, Hurrikane und Erdbeben zusammen und ist das tödlichste Klimarisiko.
Grün-Blaue Infrastrukturen sind kein Luxus, sie sind elementar für Lebensqualität und wirtschaftliche Entfaltung. Städte mit ausreichend Grün- und Wasserzonen sowie entsiegelten Flächen und einer leistungsfähigen blau-grünen Infrastruktur bleiben auch bei zunehmender Hitze funktionsfähig. Sie schützen die Gesundheit der Bevölkerung, sichern die Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten, senken Folgekosten und erhöhen die Attraktivität für Unternehmen und Fachkräfte. Investitionen in Hitzeschutz sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
Handlungsdruck trifft auf knappe Kassen
Der klimaangepasste und wasserbewusste Umbau unserer Städte und Gemeinden ist notwendig – und kostet Geld. Investitionszwang trifft auf knappe Kassen. Während wasserwirtschaftliche Anlagen über Gebühren finanziert werden, sind Klimaanpassungsmaßnahmen, wie beispielsweise das Anlegen und das Unterhalten von Stadtgrün, von der allgemeinen kommunalen Haushaltslage abhängig. Die Kommunen brauchen für die Klimaanpassung eine langfristig sichere Finanzierung. Weder komplizierte Förderprogramme noch kurzfristige Mittelbereitstellung können diese auf Dauer gewährleisten. Die Bundesregierung muss Hitzeschutz als Maßnahme zur Standortsicherung ernst nehmen und eine langfristig gesicherte Finanzierung für Präventions-, Anpassungs- und Investitionsmaßnahmen bereitstellen. Nur so lassen sich Produktivität, Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutsch-land nachhaltig stärken.
Die Allianz „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“, zu der auch der BDB gehört, fordert die Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe nach Art. 91a im Grundgesetz zu verankern, denn diese ermöglicht Bund, Ländern und Kommunen dauerhaft und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und die Klimaanpassung rechtlich abgesichert, strategisch abgestimmt und langfristig finanziert umzusetzen.
Der BDB hat zudem mit seinem Resilienz-Bauplan einen 10-Punkte-Katalog mit Forderungen und Handlungsempfehlungen für krisenfeste Städte und Gemeinden, Gebäude und Infrastrukturen veröffentlich. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
Die Allianz „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“ ist ein von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) initiiertes und koordiniertes Netzwerk von Verbänden und Institutionen verschiedenster Fachdisziplinen. Die Allianz setzt sich für eine rasche und bundesweite Umsetzung wasserbewusster Stadtentwicklung ein. Sie fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Wasserwirtschaft, Stadtentwicklung, Freiraumentwicklung, Straßenplanung, Wissenschaft, Praxis und Entscheidungsträgern.
Der BDB ist seit 2025 Mitglied der DWA.