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BDB Frauen-Netzwerktreffen erstmalig in Hessen

BDB-Baumeisterinnen aus Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland treffen sich in Wiesbaden und besichtigen u. a. das Museum Reinhard Ernst.
© Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung, Museum Reinhard Ernst, Foto: K. Helbig / F. Marburger

BDB-Baumeisterinnen aus Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland treffen sich in Wiesbaden und besichtigen u. a. das Museum Reinhard Ernst.

So hatte der BDB-Landesverband Hessen am 11.04.2026 zu einem vielfältigen Programm in die Landeshauptstadt Wiesbaden eingeladen.

Exklusive Einblicke in die „Architektur und Kunst“ konnten die BDB-Frauen auch in diesem Jahr bei einer Führung durch das sehr zentral, unweit des bekannten Bowling Greens gelegene Museum Reinhard Ernst (mre) gewinnen.

So war es die Vision des Stifters Reinhard Ernst, seine über viele Jahre gesammelten internationalen Werke der abstrakten Kunst der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So entstand der Plan, ein Museum auf eigene Kosten zu bauen und zu betreiben. Der japanische Architekt und Pritzker-Preisträger Fumihiko Maki, auch langjähriger Freund von Herrn Ernst, entwarf den kunstvollen Bau. Es ist das zehnte Museum des international anerkannten Architekten, aber auch das einzige in Europa.

Mit der Umsetzung des Entwurfes resp. der Generalplanung des Vorhabens wurde das Architekturbüro Schneider + Schumacher beauftragt, mit den Planungsleistungen der Baustatik und der Bauphysik das Büro B+G Ingenieure – Bollinger + Grohmann GmbH

Bei der sehr interessanten Architekturführung mre-Blickwinkel erfuhren die BDB-Baumeisterinnen viel Spannendes und Wissenswertes über die Entstehung (2016 – 2024, Planung ca. 3 J., Bauzeit ca. 5 J.) und die faszinierende Architektur des Kulturbaus (BGF ca. 11.700 m², NFA ca. 9.000 m²), galt es den Entwurf in enger Abstimmung mit dem Projektleiter und Associate bei Maki and Associates, Michel van Ackere, möglichst genau im Detail und in der Materialität umzusetzen. Seine kubische Form und kristallin-glitzernde weiße Granitfassade haben ihm den Spitznamen „Zuckerwürfel“ verliehen. Das Gebäudeinnere wirkt durch den vollverglasten Eingangsbereich und das zum Himmel offene Atrium hell und einladend.

Besondere Herausforderungen bei der Berechnung der Museumskonstruktion hatte die Tragwerksplanung zu bewältigen – sieht das architektonische Konzept von Fumihiko Maki u. a. keine tragenden Säulen oder Stützen im Museumsbereich vor, beinhaltet dieses neun Ausstellungssäle unterschiedlicher Dimensionen, bei denen keine Wand auf der anderen steht, nimmt ein ca. 14 m hoher, sich über zwei Geschosse erstreckender Ausstellungssaal, die sog. „Kathedrale“, einen von vier Quadranten des Museumskörpers ein, der an der Ecke Rheinstraße/Wilhelmstraße deutlich auskragt. Von außen wirkt das Ganze so, als schwebt dieser Saal zum Teil in der Luft und ruht er auf den Glasfassaden.

Das Museum wurde am 23. Juni 2024 eröffnet. Trägerin ist die Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung.

Im Anschluss an die Architekturführung nutzten einige BDB-Frauen die Gelegenheit, die aktuelle Kunstausstellung auf eigene Faust zu erkunden, sich im Bistro des Museums zu erfrischen oder im museumseigenen Shop zu stöbern.

Danach folgte ein ca. 1½-stündiger Rundgang durch die historische Innenstadt von Wiesbaden unter der fachkundigen Leitung von BDB-Mitglied und Organisatorin des Netzwerktreffens Bärbel L. Kupfer.

Wiesbaden wird aufgrund der außergewöhnlich gut erhaltenen bzw. nach dem Zweiten Weltkrieg nahezu unversehrten Architektur auch als „Stadt des 19. Jahrhunderts“ resp. „Stadt des Historismus“ bezeichnet. Von Klassizismus und Romantik bis zur Gründerzeit und zum Späthistorismus prägen Stilrichtungen wie Neorenaissance und Neobarock das Stadtbild.

Die BDB-Baumeisterinnen konnten sich beim Rundgang einen ersten Eindruck von der Stadt mit ihren rund 1.000 prunkvollen Villen, historischen Prachtbauten und Plätzen verschaffen, vor allem aus der wilhelminischen Gründerzeit. U.a. wurden die Villa Clementine, das Erbprinzenpalais (heutiger Sitz der IHK), die Englische Kirche, das ursprünglich als Hotel Oranien errichte und nun als „Haus der Architekten“ (AKH) genutzte Gebäude, der Park Warmer Damm mit dem Schillerdenkmal, das Bowling Green, das Hessische Staatstheater mit Erweiterungsbau, die Kurhauskolonnade, das Kurhaus, der Kurpark mit Nizzaplätzchen, der Kaiser-Friedrich-Platz mit Nassauer Hof, die sog. Altstadt „Schiffchen“, die Marktkirche, das Stadtschloss mit heutigem Sitz des Hessischen Landtags, der Schloßplatz mit dem Marktbrunnen sowie das alte und das neue Rathaus aufgesucht.

Der Abend im Ratskeller Wiesbaden stand ganz im Zeichen des vertieften Austausches der BDB-Frauen und des weiteren Ausbaus des BDB-Frauen-Netzwerkes.

Das nächste Treffen soll noch in diesem Jahr in Rheinland-Pfalz stattfinden.

Text: M. Sc. Dipl.-Ing. Architektin Bärbel L. Kupfer, Landesverband Hessen

 

© Dominique Zimmer © Dominique Zimmer