Text: Oliver G. Kleiner
Fotos: Oliver G. Kleiner, Heike Härter, Elke Breuer, Jürgen Fechtenkötter
Ein sonniger Herbsttag, beeindruckende Natur, spannende Einblicke in nachhaltige Architektur und faszinierende Zeugnisse keltischer Geschichte: Der zweite BDB-Ortstermin 2026 des Landesverbandes Rheinland-Pfalz führte die BDB-Baumeister:innen zum Besucherzentrum Nationalparktor Keltenpark in Nonnweiler-Otzenhausen. Die Veranstaltung stieß auf erfreulich große Resonanz und bot ein abwechslungsreiches Programm, das fachliche Informationen, Naturerlebnis und kollegialen Austausch auf besondere Weise miteinander verband.
Maßgeblichen Anteil am Erfolg des BDB-Ortstermins hatte Dr. Harald Egidi, Leiter des Nationalparkamtes Hunsrück-Hochwald. Er sprang kurzfristig auch für den erkrankten zweiten Referenten ein und übernahm neben der Führung während der Wanderung und der Vorstellung des Nationalparks auch die Erläuterungen zum Besucherzentrum. Mit großer Fachkenntnis, spürbarer Begeisterung und anschaulichen Erklärungen verstand er es, den Teilnehmenden die Besonderheiten der Region näherzubringen.
Unterwegs im Nationalpark: Natur erleben und Zusammenhänge verstehen
Zum Auftakt erkundete die Gruppe gemeinsam mit Dr. Egidi die Landschaft auf der wunderschönen Wanderstrecke „Dollbergschleife“. Bei bestem Herbstwetter mit strahlendem Sonnenschein boten sich immer wieder herrliche Fernblicke über die reizvolle Mittelgebirgslandschaft. Gleichzeitig erfuhr die BDB-Wandergruppe viel Wissenswertes über die Entstehung und Entwicklung des Nationalparks, seine Aufgaben und seine Bedeutung für den Natur- und Artenschutz.
Dr. Egidi vermittelte dabei anschaulich, wie sich die Natur im Nationalpark zunehmend nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten entwickeln darf und welche Bedeutung diese natürlichen Prozesse für die Entstehung einer künftigen Wildnis haben. Die unmittelbare Begegnung mit der Landschaft machte deutlich, dass der Schutz der Natur hier nicht nur ein abstraktes Ziel ist, sondern direkt vor Ort erlebt werden kann.
Besonders eindrucksvoll war auch der Blick auf die keltische Vergangenheit der Region. Der nahe gelegene Keltische Ringwall Otzenhausen zeugt von der außergewöhnlichen Bedeutung dieses Ortes bereits vor mehr als 2.000 Jahren. Die mächtige Befestigungsanlage zählt zu den eindrucksvollsten keltischen Anlagen Europas. Noch heute sind die Reste des Nordwalls bis zu zehn Meter hoch und an der Basis rund 40 Meter breit – ein imposantes Zeugnis der damaligen Baukunst.
So wurde die Wanderung zu einer gelungenen Verbindung aus Naturerlebnis, Wissensvermittlung und Kulturgeschichte – begleitet von einem Wetter, das für diesen BDB-Ortstermin kaum besser hätte sein können.
Nachhaltige Architektur trifft auf Natur und Kultur
Im Anschluss stand die Besichtigung des Besucherzentrums Nationalparktor Keltenpark auf dem Programm. Das Gebäude bildet einen wichtigen Anlaufpunkt für Gäste des Nationalparks und verbindet Information, Bildung, Gastronomie und touristische Angebote mit dem Anspruch, die empfindliche Natur des Schutzgebietes zu bewahren.
Dr. Harald Egidi erläuterte die bauliche Konzeption und die Besonderheiten des Gebäudes. Die Architektur nimmt mit ihrer kreuzförmigen Grundrissgestaltung Bezug auf das keltische Umfeld. Zugleich greifen die verwendeten Materialien und die Gestaltung die landschaftliche Umgebung auf. Holz, begrünte Dachflächen und die behutsame Einbindung in die Hanglage tragen dazu bei, das Bauwerk harmonisch in seine Umgebung einzufügen.
Besondere Aufmerksamkeit verdient das sichtbare Holztragwerk im Foyer, das mit seiner markanten Konstruktion den Innenraum prägt. Auch die funktionale Gliederung des Gebäudes, die kurzen Wege und die Gestaltung der Aufenthaltsbereiche zeigen, wie architektonische Qualität, unterschiedliche Nutzungsanforderungen und ein möglichst barrierearmes Besuchserlebnis miteinander verbunden werden können.
Der fachliche Austausch setzte sich beim gemeinsamen Rundgang durch die spannende Ausstellung fort. Sie vermittelt sowohl die Besonderheiten der Natur im Nationalpark als auch die kulturelle Geschichte der Region und macht die Verbindung zwischen dem Naturraum Hunsrück-Hochwald und dem keltischen Erbe erlebbar.
Einblicke aus erster Hand: Vorstellung des Nationalparks
Abgerundet wurde das fachliche Programm durch eine interessante PowerPoint-Präsentation von Dr. Egidi. Dabei erhielten die BDB-Baumeister:innen weiterführende Einblicke in die Entstehung, die Zielsetzungen und die Entwicklung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Die Ausführungen ergänzten die zuvor gewonnenen Eindrücke aus der Wanderung und der Besichtigung des Besucherzentrums und machten deutlich, wie eng Naturschutz, Umweltbildung und ein verantwortungsvoller Tourismus miteinander verknüpft sind.
Gerade die Kombination aus unmittelbarem Naturerlebnis, architektonischer Besichtigung und fachlicher Vertiefung machte den besonderen Reiz dieses BDB-Ortstermins aus. Die Veranstaltung bot damit nicht nur interessante Anregungen für die berufliche Praxis, sondern auch zahlreiche Gelegenheiten für persönliche Gespräche und den kollegialen Austausch.
Wertschätzung und ein Wiedersehen in Aussicht
Vor dem gemeinsamen Abendessen im Café Keltenpark bedankte sich der BDB-Landesvorsitzende Oliver G. Kleiner bei Dr. Harald Egidi für dessen engagierte Führung, die fundierten Erläuterungen und die kurzfristige Übernahme des fachlichen Programms. Als Zeichen des Dankes überreichte er ihm ein Präsent des BDB. Dass der Nachmittag Lust auf mehr gemacht hatte, war schnell klar: Der Nationalpark hat neue Fans gewonnen – ein Wiederkommen ist für sie geradezu Pflicht!
BDB-Wandergruppe
„Wanderführer“ Dr. Harald Egidi, Leiter des Nationalparkamtes
Nationalpark Hunsrück-Hochwald
Blick auf die Primstalsperre
Keltischer Ringwall – Hauptmauer Nordwall
Besucherzentrum Nationalparktor Keltenpark
Blick von oben in die Ausstellung im Besucherzentrum
Powerpoint-Präsentation von Dr. Harald Egidi
Dank von Oliver G. Kleiner an Dr. Harald Egidi