Das bedeutet Einsatz für am Bau tätige Planerinnen und Planer, aber auch hundert Jahre fröhlicher Austausch und das Feiern vieler Freundschaften. Natürlich ist ein gesamtdeutscher Baumeistertag in erster Linie eine Arbeitsveranstaltung, in der nicht nur um die berufspolitische Richtung, sondern vor allem auch um die Zukunft des Verbandes als Ganzes gerungen wird. Schließlich haben alle Mitverantwortlichen auf allen Ebenen des Verbands “Lust auf Zukunft”- so das Motto der Veranstaltung. Diese Aspekte sind ohne Frage essenziell. Aber es geht und ging schon immer auch um das Zwischenmenschliche. Man trifft die Kolleginnen und Kollegen aus anderen Landesteilen und hat bei den verschiedenen Programmpunkten genügend Zeit und Raum, sich gegenseitig zu erzählen, was gut läuft, aber unter Umständen kann man sich genauso auch sein Leid klagen.
Vom 29. bis 31. Mai 2025 trafen sich die Delegierten in toller Kulisse jeweils gerade außerhalb des beeindruckend gemütlichen holländischen Viertels in Potsdam. Am Donnerstagabend, dem „Begrüßungsabend“ gab es im TOMASA im schönen Restaurantgarten einen Abend mit Klavierbegleitung und viel „Hallo“. Am Freitag traf sich der Verband zur Delegiertenversammlung am Vormittag, dem öffentlichem Teil mit Grußworten, Key Notes und Diskussion am Nachmittag, sowie einem entspannten „Get Together“ im Anschluss in der Schinkelhalle und dem zugehörigen Innenhof.
BDB-Präsident Christoph Schild gab schon zu Beginn der Veranstaltung den Ton vor, indem er die Anwesenden aufforderte, trotz aller Krisen und Probleme das Glas als „halbvoll“ zu betrachten. „Lust auf Zukunft“, das Motto war nicht umsonst positiv gewählt. Und so waren auch die beiden Key Note Sprecherinnen und der Key Note Sprecher gewählt. Dr. Liya Yu sprach als Neuropolitologin von Unterschied von Humanisierung und Dehumanisierung in unseren Mitmenschen, sowie Ehrfurcht und was diese mit der Psyche macht. Sehr interessante Themen, die jede und jeden im Alltag begleitet und uns im besten Fall besser rüstet, mit den negativen sozialen sowie politischen Tendenzen der heutigen Zeit besser umzugehen.
Marcella Hansch, Architektin, Gründerin, Mindset Coach und Meeresschützerin, berichtete von ihrer Erfahrung, wie „kleine Steine große Wellen schlagen können“. Schließlich ist sie die Gründerin von everwave und setzte mit der Vorgängerorganisation nicht nur ihre Masterarbeit in die Praxis um, sondern setzt sich nun „als Stimme der Meere“ für die Meeresbildung und damit für die Bildung für nachhaltige Entwicklung ein.
Dieter Grau ist Landschaftsarchitekt und Stadtplaner bei Henning Larsen Architects und zeigte eine Reihe beeindruckender Beispiele von Deutschland bis Singapur wie viel nachhaltiger und effektvoller Hochwasserschutz gelingen kann. Mit dieser positiven Energie, die auch schon in den Grußworten der brandenburgischen Staatsministerin Dr. Ina Bartmann im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung und dem Präsidenten der Bundesstiftung Baukultur, Reiner Nagel, durchklangen, gingen die BDB-Mitglieder und Gäste in den Abend.
Aus bayerischer Sicht erfreulich war die Wahl Klaus Schneiders zum Ehrenratsvorsitzenden und die Verleihung der Goldenen Bundesnadel an David Meuer. Der Münchner Klaus Schneider ist ehemaliger Landesvorsitzender und Präsidiumsmitglied und seit vielen Jahren BDB-Mitglied. David Meuer engagiert sich seit vielen Jahren im Vorstand der Bezirksgruppe München, im Landesvorstand als Ressortleiter Architektur und Stadtplanung sowie auf Bundesebene in Kommissionen und Arbeitsgruppen. Zudem ist er seit 2021 Vorstandsmitglied in der Bayerischen Architektenkammer für den BDB. Nicht zur Wahl stand Marion Bartl, aus Obergünzburg, die seit 2017 dem BDB-Präsidium angehört.
Last but certainly not least wurde Walter von Wittke als Vizepräsident für Finanzen von der Mitgliederversammlung im Amt bestätigt. Der Fürther führt nicht nur im Bund seit vielen Jahren das Finanzressort an, er ist auch bayerisches Vorstandsmitglied für Finanzen im Landesverband. Allen dreien gratulieren wir herzlich!
Ein Highlight der Tagung war die offizielle Vorstellung des Jubiläumsbuches des BDB. Unter dem Titel 100 Jahre BDB trugen Thomas Bussemer, Referent für Öffentlichkeitsarbeit in der Bundesgeschäftsstelle, und Lioba Gieles aus der Geschäftsstelle des BDB Bayern über knapp ein Jahr Zeitdokumente, die im Berliner Archiv in den meisten Fällen komplett unbekannt schlummerten, zusammen und woben daraus eine, wenn auch nicht in jedem Detail vollständige, jedoch detaillierte und nachvollziehbare Geschichte des Verbandes. Dabei wurden mitnichten nur die Fakten zusammengetragen. Eine geschichtliche Einordnung der Verbandsarbeit und somit ein umfassender Überblick über die manchmal gefühlt kleinteiligen, jedoch immer zielstrebigen Bemühungen des Verbands um berufspolitische oder verbandsinterne Themen konnte somit geschaffen werden. Unterstrichen werden die Informationen mit einer großen Auswahl an Bildmaterial, wie es die wenigsten Verbandsmitglieder gesehen haben dürften.