Direkt zum Inhalt wechseln
21. November 2025 | Berufspolitik | Bund

Mittelstand schützen – BDB appelliert an Regierungsfraktionen

Der Grundsatz losweiser Vergabe stellt sicher, dass der planerische Mittelstand fair an öffentlichen Aufträgen beteiligt wird.

Planungs- und Bauleistungen basieren zu über 70% auf mittelständischen Strukturen. Der Grundsatz losweiser Vergabe stellt sicher, dass der planerische Mittelstand fair an öffentlichen Aufträgen beteiligt wird. Er ist ein Garant für Wettbewerb, regionale Wertschöpfung, hohe Bauqualität und eine lebendige Baukultur in Deutschland. Eine Abkehr von diesem Prinzip hätte weitreichende und schädliche Folgen für das gesamte Bauwesen. 

Wenn öffentliche Aufträge künftig in der Regel nur noch in Form großer Gesamtpakete an Generalunternehmer vergeben werden, geraten nicht nur die lokalen Planungsbüros und Fachgewerke ins Hintertreffen. Es droht zugleich Lohndumping, weil Generalunternehmer einen wirtschaftlichen Anreiz haben, Architektur- und Ingenieurbüros wie auch Handwerksbetriebe monopolistisch noch mehr im Preis zu drücken. Der Verlust regionaler Wertschöpfung würde außerdem zu mehr klimaschädlichen Emissionen beim Planen und Bauen führen. Gesamtvergaben gefährden darüber hinaus die Präsenz von baufachlichem Know-how in der Fläche und im ländlichen Raum – mit langfristig spürbaren Folgen für die Bauqualität und die regionale Entwicklung. All das geschieht zulasten der Menschen, die Tag für Tag verantwortungsvolle Arbeit auf den Baustellen dieses Landes leisten.

Besonders alarmierend ist jedoch der finanzielle Schaden, der Kommunen, Bauherren und Steuerzahlern droht. Denn Untersuchungen zufolge ist die Vergabe von Großlosen an Generalunternehmen um bis zu zwanzig Prozent teurer als die Vergabe in Teillosen. Diese Entwicklung würde den ohnehin angespannten Wohnungsbau weiter massiv unter Druck setzen. Bezahlbarer Wohnraum ist keine akademische Frage, sondern eine tragende Säule des sozialen und demokratischen Friedens in unserem Land. Steigende Kosten bedeuten weniger Bauprojekte, weniger Wohnraum, mehr soziale Spannungen. Eine Aufweichung des Losgrundsatzes würde damit unmittelbar zu einer nicht tragbaren Verschlechterung der Versorgung mit kostengünstigem Wohnraum führen. 

Wenn Großlose an Generalunternehmer zur Regel werden, drohen höhere Kosten, der Verlust von baufachlichem Know-How in der Fläche und mehr Emissionen. Das wäre Gift für den ohnehin angespannten Wohnungsbau und ein Bärendienst für die Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbarem Wohnraum.

BDB Präsident Dipl.-Ing. Christoph Schild

Sollte die Beauftragung von Generalunternehmern ohne effektive Verhinderung von Lohndumping, ohne Klimaschutzauflagen, ohne Kostendeckelungen und ohne Qualitätskontrollen zur Regel werden, geht das zu Lasten der Arbeitenden, der Baukultur, der Umwelt und der mittelständisch geprägten Planer- und Baulandschaft in Deutschland. 

Wir appellieren daher mit allem Nachdruck an die Regierungsfraktionen, ihre Zusagen einzuhalten und am bewährten Losgrundsatz festzuhalten. Der Mittelstand braucht verlässliche Rahmenbedingungen, keine weiteren Belastungen. Ein Abweichen vom eingeschlagenen Kurs würde sich nahtlos in eine Reihe politischer Fehlentscheidungen einfügen, die unser Land sich nicht leisten kann. 

Nachrichten alle Nachrichten

15. Juli 2026 | Verbandsnachrichten Bund

Neues GModG: Wir vermitteln das Wichtigste für Ihre Planungspraxis!

Das Gebäudemodernisierungsgesetz ist beschlossen. Mit zwei aufeinander abgestimmten Web-Seminaren informiert der BDB über die neuen gesetzlichen und technischen Anforderungen – getrennt nach Wohn- und Nichtwohngebäuden.
15. Juli 2026 | Pressemitteilung Bund

DBZ und BDB loben Balthasar-Neumann-Preis 2027 aus

Gesucht werden innovative, gemeinschaftlich geplante und gebaute Projekte, die eine hohe Gestaltqualität aufweisen und sich dem nachhaltigen Bauen verpflichtet fühlen. Bis einschließlich 25.09.2026 können Projekte eingereicht werden.
14. Juli 2026 | Aus der Branche BDB Braunschweig Wolfenbüttel Salzgitter Helmstedt Göttingen

Braunschweig: Umfangreiches Update für den Digitalen Basiszwilling der Stadt

Die Stadt Braunschweig hat ihren Digitalen Basiszwilling um zahlreiche neue Funktionen und Datengrundlagen erweitert, insbesondere im Bereich Umwelt und Klimaanpassung.
14. Juli 2026 | Pressemitteilung Bund

Hitzeschutz für eine starke Wirtschaft

Allianz „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“: Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung ermöglicht flächendeckenden Hitzeschutz
10. Juli 2026 | Pressemitteilung Bund

Gebäudemodernisierungs-Gesetz: Planungssicherheit ist gut - jetzt kommt es auf die Umsetzung an!

BDB fordert eine regelmäßige Überprüfung der Wirkung des Gesetzes, praxistaugliche Verfahren, ausreichend qualifizierte Fachleute in Planung und Nachweisführung sowie eine verlässliche Förderkulisse.
10. Juli 2026 | Aus der Branche Idar-Oberstein

BDB-Ortstermin begeistert mit Fachwissen und Praxisnähe

Zu einem spannenden BDB-Ortstermin im SHG-Klinikum in Idar-Oberstein konnte die ortsansässige BDB-Bezirksgruppe zahlreiche Mitglieder begrüßen. Im Mittelpunkt stand der Erweiterungs- und Umbau des Klinikums – ein anspruchsvolles Großprojekt
9. Juli 2026 | Berufspolitik Bund

BDB kritisiert kurzfristige Änderungen bei der Heizungsförderung

Die Planende Berufe brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, genauso wie Bauherrinnen und Bauherren.
9. Juli 2026 | Aus der Branche Bund

DIA-Preis 2026: Herausragende Abschlussarbeiten an der Hochschule Wismar ausgezeichnet

BDB-Präsident Christoph Schild war Teil der Jury, die die besten studentischen Arbeiten kürte - darunter die Projekte von BDB-Mitglied Ben Passow und Marielle Kiessig.
6. Juli 2026 | Aus der Branche Bund

Archi­tektur­koope­rative (ARKO) gegründet - BDB-Präsident Schild im Aufsichtsrat

Im Mittelpunkt stehen der Schutz von Daten, Know-how und Urheberrechten von Planerinnen und Planern.
5. Juli 2026 | Aus der Branche Niedersachsen

Teilnahmeschluss Holzbaupreis Niedersachsen 2026 verlängert

Die Anmeldefrist des Holzbaupreises Niedersachsen wurde bis zum 19. Juli verlängert