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12. Mai 2026 | Berufspolitik | Bund

BDB fordert lebenszyklusbasierte Klimapolitik für den Gebäudebestand

Der BDB nimmt Stellung zum Gebäudemodernisierungsgesetz und zum Nationalen Gebäuderenovierungsplan. Im Fokus stehen THG-Emissionen, Bestandserhalt, Planungssicherheit und realistische Finanzierung.

Der Bundesverband hat zu zwei zentralen Vorhaben der Bundesregierung Stellung genommen, mit denen wesentliche Vorgaben der Europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) umgesetzt werden sollen: dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) sowie dem Nationalen Gebäuderenovierungsplan (NBRP).

Der BDB begrüßt, dass die Bundesregierung an den Klimazielen festhält und mit dem GModG wieder mehr Planungssicherheit bei der Beheizung von Gebäuden geschaffen werden soll. Auch die größere Technologieoffenheit wird grundsätzlich positiv bewertet. Zugleich warnt der Verband jedoch davor, die Klimapolitik im Gebäudesektor weiterhin zu stark an Energieeffizienz und Einzelanforderungen auszurichten. Entscheidend für den Klimaschutz seien die tatsächlichen Treibhausgasemissionen im gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes.

Aus Sicht des BDB muss die Umsetzung der EPBD stärker als Einstieg in eine zirkuläre und lebenszyklusbasierte Gebäude-Klimapolitik genutzt werden. Dazu gehören verbindliche Grenzwerte für Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen, die Berücksichtigung grauer Energie sowie eine stärkere Orientierung auf Umbau, Sanierung und Umnutzung statt Abriss und Neubau. Der Bestand sollte einen höheren Stellenwert erhalten, weil seine Nutzung Ressourcen spart, Bauabfälle vermeidet und vorhandene graue Energie sinnvoll bilanziert.

Kritisch bewertet der BDB, dass weder das GModG noch der NBRP bislang ausreichend darlegen, wie Klimaneutralität im Gebäudesektor bis 2045 tatsächlich erreicht werden soll. Der Nationale Gebäuderenovierungsplan dürfe nicht als reines Berichtsdokument gegenüber der EU-Kommission verstanden werden, sondern müsse zu einem strategischen Umsetzungsinstrument für die Transformation des Gebäudebestands weiterentwickelt werden.

Der Verband verweist zudem auf die erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Mit den gegenwärtigen Renovierungsquoten seien die Klimaziele nicht erreichbar. Zugleich blieben Investitionsbedarf, Finanzierungsquellen und Verwaltungsressourcen unzureichend geklärt. Notwendig seien verlässliche Rahmenbedingungen, realistische Finanzierungsansätze und wirksame Anreize für qualifizierte Planung.

Der BDB fordert daher, die reale Reduktion von Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus zur zentralen Steuerungsgröße der Gebäudepolitik zu machen. Nur so können Klimaschutz, Bezahlbarkeit, Baukultur und Ressourcenschonung wirksam zusammengeführt werden.

Die Stellungnahmen zum Download

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