Direkt zum Inhalt wechseln
10. September 2026 | Berufspolitik | Bund

Planungsvergaben brauchen Spielraum statt starrer EU-Vorgaben

Der BDB lehnt den Vorschlag der EU-Kommission ab, das europäische Vergaberecht künftig in einer unmittelbar geltenden Verordnung zu regeln.
Foto: Dušan Cvetanović auf Pexels

Der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure lehnt den Vorschlag der EU-Kommission ab, das europäische Vergaberecht künftig in einer unmittelbar geltenden Verordnung zu regeln. Gemeinsame europäische Grundsätze sind richtig, aber dafür reicht eine Richtlinie aus!

Eine EU-Verordnung würde den nationalen Gestaltungsspielraum erheblich einschränken. Deutschland hat mit dem Vergabebeschleunigungsgesetz gerade eigene Vereinfachungen beschlossen und arbeitet an einer Reform der Unterschwellenvergabeordnung. Solche passgenauen Weiterentwicklungen müssen möglich bleiben.

Besonders gefährlich wäre ein europäisches Einheitsrecht für die kleinen und mittleren Planungsbüros in Deutschland. Ihre Arbeit ist geprägt von projektbezogenen Kooperationen und einer ganzheitlichen Planung über neun Leistungsphasen. Werden diese Besonderheiten nicht berücksichtigt, drohen schlechtere Zugangschancen bei öffentlichen Aufträgen – zulasten von Vielfalt und Planungsqualität.

Auch Planungswettbewerbe und die Vergütung von Planungsleistungen kommen im Vorschlag zu kurz. Kreative und geistige Leistungen dürfen nicht als kostenlose Vorleistungen behandelt werden. Planungswettbewerbe müssen auch im EU-Recht klar verankert und angemessen vergütet werden.

Ein zusätzlicher europäischer Harmonisierungsbedarf ist im Planungssektor nicht erkennbar. Dringender wäre es, innerhalb Deutschlands die unterschiedlichen Landesbauordnungen stärker zu vereinheitlichen. Europaweite Vergaben sind vor allem bei großvolumigen Bauvorhaben relevant. Selbst oberhalb der EU-Schwellenwerte gingen 2024 nur zwei Prozent der Zuschläge an Unternehmen aus einem anderen EU-Mitgliedstaat. Für Planungsleistungen weist die amtliche Vergabestatistik nicht einmal eine eigene grenzüberschreitende Quote aus!

BDB-Hauptgeschäftsführer Martin Wittjen

„Eine EU-Verordnung bietet Auftraggebern, Planungsbüros und der Baukultur keinen erkennbaren Mehrwert. Für den Berufsstand und den Planungsstandort Deutschland wäre sie unnötig und gefährlich. Wir brauchen eine modernisierte Richtlinie, die den nationalen Spielraum sichert – für mittelstandsfreundliche Fach- und Teillosvergaben, qualitätsorientierte Planungswettbewerbe und eine faire Vergütung von Planungsleistungen“, so BDB-Hauptgeschäftsführer Martin Wittjen.

Nachrichten alle Nachrichten

Podiumsdiskussion Celle in Bewegung
4. September 2026 | Verbandsnachrichten Celle / Uelzen

Stadtentwicklung gemeinsam denken: BDB bringt Bürger und Politik ins Gespräch

Mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste der Stadt diskutierten am vergangenen Freitagabend im Kunstmuseum Celle die Frage, wie Celle auch künftig lebendig, attraktiv und zukunftsfähig gestaltet werden kann.
3. September 2026 | Berufspolitik BDB Braunschweig Wolfenbüttel Salzgitter Helmstedt Göttingen

Kommunalwahlen 2026 - Einladung zur Kandidaten-Befragung in Braunschweig

Am 13. September wird in Niedersachsens Kommunen gewählt. In Braunschweig unter anderem der Oberbürgermeister. Sieben Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich wenige Tage vor der Kommunalwahl den Fragen der Braunschweiger Bauschaffenden.
1. September 2026 | Aus der Branche Bund

KI-Kennzeichnung: Was gilt für Visualisierungen im Planungsbüro?

Seit August 2026 gelten neue Transparenzpflichten für KI-Inhalte. Für Planungsbüros ist dabei vor allem entscheidend, wie realistisch eine KI-generierte oder veränderte Darstellung wirkt. Was bei Visualisierungen, Bildern und Texten zu beachten ist, zeigt unser Überblick.
28. August 2026 | Verbandsnachrichten Niedersachsen

Neuer BDB-Landesvorstand gewählt

Susanne Witt als Vorsitzende im Amt bestätigt. Vorstandsgröße steigt von drei auf acht Personen mit künftig vier stellvertretenden Vorsitzenden.
28. August 2026 | Aus der Branche BDB Braunschweig Wolfenbüttel Salzgitter Helmstedt Göttingen

BDB-Motorradtour ging in die nächste Runde

Auch in diesem Jahr lud die BDB-Bezirksgruppe Braunschweig wieder zur gemeinsamen Motorradtour ein. Regelmäßig bringt der BDB seine Mitglieder bei Motorradtouren und weiteren Veranstaltungen zusammen und schafft so Raum für den fachlichen und persönlichen Austausch.
26. August 2026 | Berufspolitik Bund

Mehr Mittel für sozialen Wohnungsbau: Eine Trendwende?

Der Haushaltsentwurf der Bundesregierung 2027 sieht 5 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau vor. Jährlich fallen rund 55.000 Wohnungen aus der Sozialbindung. Der BDB warnt: Ohne deutlich mehr sozialen Wohnungsbau wird der Bestand weiter schrumpfen und der Druck auf das Wohngeld steigen.
20. August 2026 | Aus der Branche Bund

BDB unterzeichnet Bauhaus-Manifest 2026

Mit der Unterzeichnung bekennt sich der BDB zu einer Baukultur, die kulturelle Freiheit, Erinnerung, demokratischen Dialog, interdisziplinäres Denken und Weltoffenheit verbindet.
20. August 2026 | Verbandsnachrichten Olpe-Siegen

Architekturexkursion nach Oslo der BDB. OSTKURVE

Die 21 Mitglieder der Oslo-Reisegruppe des BDB.OLPE & der BDB.OSTKURVE erlebten fünf spannende Tagen und eine unvergessliche Exkursion mit viel Architektur, Städtebau und Ingenieurbaukunst.
20. August 2026 | Aus der Branche Bund

Gemeinsam für bessere Lebensbedingungen: Ingenieure ohne Grenzen engagiert sich in Uganda

Wir stellen ein besonderes Projekt vor, das sehbeeinträchtigten Kindern und Jugendlichen bessere Wohn-, Lern- und Lebensbedingungen ermöglichen soll.