Direkt zum Inhalt wechseln
27. Januar 2023 | Aus der Branche | Bund

Neuauflage der Neubauförderung – BDB zieht gemischtes Fazit

Aus BDB-Sicht bietet die am 1. März in Kraft tretende Neubauförderung der Bundesregierung zwar gute Ansätze für den Klimaschutz, aber auch zu wenig finanzielle Förderung und keine Impulse für den Wohnungsbau.
Foto: Frauke Riether auf Pixabay.

Am 1. März tritt sie in Kraft, die Neuauflage der Neubauförderung in Deutschland. Auf den ersten Blick gibt es aus Sicht des BDB darin auch einige gute Ansätze – allerdings auch Anlass zu Kritik.

Positiv hervorzuheben ist der Paradigmenwechsel in der bundesdeutschen Förderpolitik: Weg vom klimaschädlichen Neubau hin zur Ertüchtigung des Bestandes. So lässt sich u. a. die Maßgabe des Förderpakets interpretieren, nach der es größere finanzielle Unterstützung für Gebäude gibt, die zusätzlich das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) erreichen. Und so lässt sich auch die enorme Summe von 14 Milliarden Euro an Fördermitteln interpretieren, die im Haushalt des Bundeswirtschaftsministeriums für die energetische Ertüchtigung des Gebäudebestandes vorgesehen sind.

Auch die Betrachtung der Treibhausgasemissionen im Gebäudelebenszyklus im neuen Förderprogramm ist positiv zu bewerten. So wird nur gefördert, wenn der Neubau das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude PLUS (QNG-PLUS) erreicht.

Was wir kritisch sehen

  • Zu wenig Geld: Im Haushalt des Bundesbauministeriums von Ministerin Klara Geywitz ist für das laufende Jahr für die Förderung von neuen Gebäuden eine Summe von lediglich 750 Millionen Euro einkalkuliert. Private und öffentliche/kommunale Bauherr:innen müssen sich diese Mittel teilen – und dabei mindestens den energetischen Standard eines Effizienzhauses 40 / Effizienzgebäudes 40 für Neubauten vorweisen. Unter diesen Bedingungen wird das Geld sehr schnell aufgebraucht sein, ein echter Impuls wird davon nicht ausgehen.
  • Keine echte Förderung über Zuschüsse: Der private Hausbau wird zukünftig nur noch über vergünstigte Kredite gefördert. Ohne die bislang üblichen Zuschüsse fehlt es so an zusätzlichen Anreizen für den privaten Neubau. Das ist zwar aus der Perspektive des Klimaschutzes nur konsequent, allerdings könnte sich dies negativ auf das Erreichen der Wohnungsbauziele auswirken, die sowieso schon in weite Ferne gerückt sind.

Was wir fordern

  • Weniger Bürokratisierung: Die Antragsstellung und vor allem das Genehmigungsverfahren benötigt dringend eine Reduzierung der Komplexität, um Zeit zu gewinnen! Dies könnte zum einen durch größere Vielfalt bei den Zertifizierungsstellen erreicht werden. Hier ist die Verantwortung bisher auf zu wenigen Schultern verteilt.
  • Beschleunigung der Genehmigungsverfahren durch Vereinfachung der energetischen Richtlinien für den Neubau: Die Förderung von neuen, energieeffizienten Häusern ist grundsätzlich kein Fehler. Jedoch liegt hier nicht der größte Hebel beim Kampf gegen die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen im Gebäudebereich!
  • Echte Impulse für den Wohnungsbau: Wir sehen einen Zusammenhang zwischen der Förderung des Neubaus und dem Erreichen der Wohnungsbauziele! Die Bundesregierung hat erst kürzlich eingeräumt, dass das ursprüngliche Ziel von jährlich 400.000 Wohnungen im Jahr – davon 100.000 im sozialen Wohnungsbau – nicht erreicht werden kann.
  • Hier muss ein neuer Realismus her: Den finanziell Schwächsten in unserer Gesellschaft muss das Grundbedürfnis auf eine Wohnung ermöglicht werden. Wenn die Mittel für 400.000 neue Wohnungen nicht reichen, dann müssen sie eben für 100.000 Sozialwohnungen reichen! Hierauf sollte der Fokus bei der öffentlichen Neubauförderung gelegt werden.

100.000 Sozialwohnungen müssen geschaffen werden! Und zwar nach den Vorgaben des Bundes für den Neubau: Orientiert an den Herausforderungen des Klimawandels.

Christoph Schild, BDB-Präsident

Nachrichten alle Nachrichten

13. April 2026 | Verbandsnachrichten Bund

Baumeisterlich 4.0 für Uwe Fickenscher – Ganzheitlich nachhaltig

Mit dem Qualitätssiegel „Baumeisterlich 4.0 – digital · integral · nachhaltig“ zeichnet der BDB Planer:innen aus, die das Planen und Bauen von heute beherrschen – und das von morgen aktiv mitgestalten.
7. April 2026 | Aus der Branche Niedersachsen

Erinnerung: Einladung zur Baustellenbesichtigung am 16. April 2026

Die Bezirksgruppe Braunschweig lädt ein: exklusiver Blick mit dem BDB hinter die Kulissen bzw. den Bauzaun der Sanierung der Wolfsburger Hochhäuser Don Camillo + Peppone.
26. März 2026 | Verbandsnachrichten Berlin-Brandenburg

Erfolgreicher italienisch-deutscher Fachaustausch zu Bunkeranlagen in Strausberg

Diskutiert wurde der Spannungsbogen zwischen Erinnerungskultur, Denkmalpflege und aktueller sicherheitspolitischer Debatte.
26. März 2026 | Verbandsnachrichten Nordrhein-Westfalen

Zwischen Denkmalschutz und Realität: RegioTalk zur Beethovenhalle Bonn

Ein besonderer Ort, ein intensiver Austausch und viele wertvolle Impulse: Der RegioTalk des BDB.NRW in der sanierten Beethovenhalle in Bonn bot am 25.03.2026 eine gelungene Kombination aus Einblick, Diskussion und Vernetzung.
25. März 2026 | Pressemitteilung Bund

BDB zum Klimaschutzprogramm 2026: So wird das nichts!

Die Bundesregierung hat heute ihr Klimaschutzprogramm 2026 veröffentlicht. Sie setzt im Gebäudebereich an wichtigen Punkten an. Aber für eine echte Bauwende reichen das Programm und seine Finanzierung absolut nicht aus!
22. März 2026 | Aus der Branche Rheinland-Pfalz

BDB-Jahrestagung 2026: Bauen für eine resiliente und demokratische Zukunft

Unter dem Leitmotiv „Wir bauen Zukunft – resilient, demokratisch, lebenswert“ lädt der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) zur gemeinsamen Jahrestagung der Landesverbände Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg am 24. und 25. April 2026 ein
20. März 2026 | Berufspolitik BDB Braunschweig Wolfenbüttel Salzgitter Helmstedt Göttingen

NEUER TERMIN, Thema bleibt: 30. Treffen der Braunschweiger Bauschaffenden am 1. Oktober

Aus technischen Gründen auf den 1. Oktober verschoben - immer noch mit dem Motto "BOMA+: Braunschweigs Mitte neu erfinden?"
17. März 2026 | Berufspolitik Niedersachsen

"Niedersächsischer Weg zum erleichterten und kostengünstigen Bauen"

Bauen in Niedersachsen soll spürbar einfacher, schneller und kostengünstiger werden. Das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum legt eine Roadmap für die Praxis vor.
17. März 2026 | Berufspolitik Bund

Klimaschutz im Gebäudesektor: Wirksame Instrumente statt neuer Fehlanreize!

Die neuen Emissionsdaten und Treibhausgasprojektionen des Umweltbundesamtes zeigen deutlich: Der Klimaschutz in Deutschland verliert an Tempo und der Handlungsdruck im Gebäudesektor steigt weiter.
11. März 2026 | Verbandsnachrichten Bund

Baumeisterlich 4.0 für Michael Ferling – Technologie trifft Praxis

Mit dem Qualitätssiegel „Baumeisterlich 4.0 – digital · integral · nachhaltig“ zeichnet der BDB Planer:innen aus, die das Planen und Bauen von heute beherrschen – und das von morgen aktiv mitgestalten.