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8. Juli 2025 | Aus der Branche | Rheinland-Pfalz

Bewegender Einblick ins Ahrtal: BDB-Ortstermin zeigt Fortschritte im Wiederaufbau nach der Jahrhundertflut

„Mit dem Wasser planen und bauen“ lautet der Titel des neuen BDB-Jahrbuchs 2025-2026. Dabei widmet sich der BDB dem Thema Wasser und all seinen Dimensionen für die ge- und bebaute Umwelt. Inspiriert vom BDB-Jahrbuch starteten die diesjährigen BDB-Ortstermine des BDB-Landesverbandes Rheinland-Pfalz

Text: Oliver G. Kleiner, Fotos: Gerlinde Wolf & Oliver G. Kleiner

„Mit dem Wasser planen und bauen“ lautet der Titel des neuen BDB-Jahrbuchs 2025-2026. Dabei widmet sich der BDB dem Thema Wasser und all seinen Dimensionen für die ge- und bebaute Umwelt. Inspiriert vom BDB-Jahrbuch starteten die diesjährigen BDB-Ortstermine des BDB-Landesverbandes Rheinland-Pfalz im Ahrtal – hier konnten sich die BDB-Baumeister:innen einen tiefen Einblick in den aktuellen Stand des Wiederaufbaus nach der verheerenden Flutkatastrophe von 2021 verschaffen.

Die BDB-Exkursion begann in Dernau, wo der BDB-Landesvorsitzende Oliver G. Kleiner auch einige BDB-Kolleg:innen aus Nordrhein-Westfalen begrüßen konnte. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Martin Schell, den Vorstandsvorsitzenden der Zukunft Mittelahr AöR, für unsere Führung gewinnen konnten“, eröffnete Kleiner den BDB-Ortstermin im Ahrtal. Martin Schell erläuterte zunächst die Aufgaben der gemeinnützigen Gesellschaft, die im Auftrag der Region Mittelahr die Koordination und Umsetzung von Wiederaufbauprojekten übernimmt. Ziel ist es, nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen für die vom Hochwasser betroffenen Gemeinden Dernau, Rech und Mayschoß zu entwickeln und umzusetzen.

Beim dreistündigen Rundgang durch Dernau stellte Schell anschließend zentrale Projekte vor, die den Wiederaufbau sichtbar machen: Die unlängst erst eingeweihte Weinbaubrücke, die den Weinort mit den umliegenden Gemeinden verbindet, die bereits fertig gestellten Tennisplätze und das Freizeitzentrum „Treffpunkt vor Müllert“, den Spielplatz in der Hardtbergstraße, den Rohbau des Kindergartens, den nun endlich erfolgten Abbruch der Schule der Verbandsgemeinde sowie den neuen Dorf- und Weinbrunnenplatz. Auch wenn Martin Schell lieber nach vorne als zurück schaut, waren seine Ausführungen als Einheimischer und selbst Betroffener von der Flutkatastrophe durchaus bewegend und auch traurig. Und auch dies machte diese exklusive Führung für die BDB-Gruppe so einzigartig und wertvoll: Selbstverständlich hatte Schell alle Zahlen und Fakten bei dem hoch interessanten Rundgang durch Dernau parat – oft waren es jedoch die „kleinen“ Geschichten am Rande, die der Vorstandsvorsitzende sehr authentisch erzählte, die fesselten. Einen solchen ungeschminkten Einblick, aus dem Nähkästchen geplaudert und trotzdem extrem sachlich, über die Flutkatastrophe gibt es wohl sehr selten.

Anschließend setzten die BDB-Baumeister:innen dann ihre Fahrt nach Rech fort. Hier stand die Besichtigung der alten Nepomukbrücke im Mittelpunkt bzw. die Stelle, wo diese historische Brücke ursprünglich einmal stand. Sie wurde im 19. Jahrhundert erbaut und war ein bedeutendes Bauwerk in der Region. Die Brücke war nicht nur eine wichtige Verkehrsverbindung, sondern auch ein Symbol für die Verbindung und den Zusammenhalt der Gemeinde. Die Zerstörung führte zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und verdeutlichte die Verwundbarkeit der Infrastruktur im Ahrtal. Martin Schell präsentierte den aktuellen Planungsstand für die Brücke und den Uferbereich, der nach den noch schlimmeren Zerstörungen durch die Flut wiederhergestellt werden soll. In diesem Bereich wurde auch die beschädigte alte Schule besichtigt, um die vielfältigen Maßnahmen im Hoch- und Tiefbau zu verdeutlichen.

Der äußerst interessante und auch bewegende Tag klang mit einem gemeinsamen Abendessen im Weingut & Restaurant St. Nepomuk in Rech aus. Bei dieser Gelegenheit hatte die BDB-Besichtigungstruppe die Möglichkeit, sich auszutauschen, Eindrücke zu teilen und die beeindruckenden Fortschritte im Wiederaufbau zu würdigen.

Trotz der enormen Herausforderungen, die die Flutkatastrophe mit sich brachte, zeigt das Ahrtal eine bemerkenswerte Dynamik und den unermüdlichen Einsatz der Menschen vor Ort. „Die bisherigen Erfolge im Ahrtal sind ein Beweis für den starken Gemeinschaftssinn und die professionelle Unterstützung durch die Zukunft Mittelahr AöR – die Region kann sich glücklich schätzen, einen solch exzellenten und engagierten Fachmann wie Martin Schell für diese Aufgabe gewonnen zu haben“, stellte der BDB-Landesvorsitzende Oliver G. Kleiner die hervorragende Arbeit des Vorstandsvorsitzenden heraus und überreichte ihm ein Präsent als Dank für die beeindruckende Führung. Diese Exkursion verdeutlichte exemplarisch, wie wichtig koordinierte Anstrengungen und nachhaltige Planungen sind, um die Region wieder aufzubauen und zukunftssicher zu gestalten – genauso wie es in dem neuen BDB-Jahrbuch 2025-2026 beschrieben ist: Als zentrales Thema des Wasser- und Ingenieurbaus wird dort untersucht, wie moderne Brücken Hochwasserkatastrophen nicht nur besser auffangen können, sondern sogar dazu beitragen können, sie zu verhindern. Hier finden Sie das BDB-Jahrbuch 2025-2026 zum Herunterladen: https://www.baumeister-online.de/themen-positionen/jahrbuecher/das-bdb-jahrbuch-2025-26-mit-dem-wasser-planen-und-bauen/

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