Zukunft bauen heißt: gemeinsam handeln.Mit diesem klaren Signal setzte der Jahresempfang 2026 des Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) Bayern ein starkes Zeichen für Dialog, Verantwortung und Zuversicht in bewegten Zeiten.
Die Bayerische BDB-Geschäftsstelle – mit Blick auf das Gleisfeld des München Hauptbahnhof – bot die perfekte Kulisse für das Leitmotiv des Abends. Züge kommen und gehen, Menschen begegnen sich, Wege kreuzen sich, neue Ziele entstehen.
Ein treffendes Bild für die Bauwelt: Auch hier braucht es Koordination, Vertrauen und gemeinsames Handeln, damit Projekte ihr Ziel erreichen.
Zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie aus planenden und ausführenden Berufen folgten der Einladung. Die besondere Atmosphäre, das warme Abendlicht und der Sonnenuntergang über den Gleisen verliehen dem Empfang eine offene und zugleich feierliche Stimmung.
Mario Mirbach eröffnete den Abend mit der offiziellen Begrüßung und stellte den Empfang unter das Leitmotiv:„Zukunft bauen – Wohnen. Arbeiten. Leben.“
Gerade in herausfordernden Zeiten brauche es Orte des Austauschs, so Mirbach – Plattformen, auf denen unterschiedliche Perspektiven konstruktiv zusammenkommen. Der BDB versteht sich dabei als verbindendes Element zwischen Politik, Praxis und Gesellschaft.
In seiner Grundsatzrede spannte BDB-Bundespräsident Christoph Schild den Bogen von der Eisenbahn als Ort der Begegnung zu den großen Herausforderungen unserer Zeit. Seine Botschaft: Wir sitzen häufiger im selben Zug, als uns bewusst ist.
Schild warb für Zuversicht statt Resignation. Digitalisierung, künstliche Intelligenz und innovative Werkzeuge böten enorme Chancen – dürften jedoch nicht das persönliche Gespräch und transparente Kommunikation ersetzen. Bauprojekte leben von Vertrauen, klaren Rahmenbedingungen und der Fähigkeit, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen.
verlässliche politische Rahmenbedingungen
ein Vergabe- und Genehmigungssystem, das Qualität ermöglicht
Investitionen in Infrastruktur und Klimaneutralität mit Beteiligung regionaler Büros und mittelständischer Unternehmen
Prof. Lydia Haack, Präsidentin der Bayerische Architektenkammer, stellte in ihrem Beitrag die soziale Dimension des Bauens in den Mittelpunkt.
Wohnen dürfe kein Luxus werden. Bezahlbarer Wohnraum sei Grundvoraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftliche Stabilität.
Sie betonte:
die Stärkung regionaler Strukturen
den Erhalt kleiner und mittlerer Betriebe
einfache, robuste Lösungen im Sinne nachhaltiger Baukultur
Mit Blick auf Klimaschutz verwies sie auf den Gebäudetyp E als Beispiel dafür, dass Klimaschutz, Qualität und Bezahlbarkeit kein Widerspruch sein müssen – insbesondere im Bestand.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Ehrenbaumeisterwürde an Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr.
In der Laudatio würdigte Prof. Dr.-Ing. Theodor M. Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurkammer-Bau, Bernreiters Einsatz für:
Bürokratieabbau
praxistaugliche Standards
sozialen Wohnungsbau
leistungsfähige Verkehrs- und Schieneninfrastruktur
Als Bauingenieur kenne Bernreiter die Herausforderungen der Praxis aus eigener Erfahrung. In seiner Dankesrede betonte er die Bedeutung vereinfachter Planungs- und Genehmigungsverfahren, realistischer Standards und konsequenter Digitalisierung – mit dem Ziel, schneller zu bauen, ohne Qualität und Klimaziele aus den Augen zu verlieren.
Für den musikalischen Rahmen sorgte die Jazzsängerin Lisa Wahlandt mit Klavierbegleitung und verlieh dem Abend eine stilvolle Leichtigkeit. Kulinarisch begleitet von Catherine’s Catering bot sich den Gästen reichlich Gelegenheit zum persönlichen Austausch.
Der Blick auf die vorbeiziehenden Züge machte deutlich: Bewegung entsteht durch gemeinsames Handeln.
Der Jahresempfang 2026 des BDB Bayern zeigte eindrucksvoll, wie wichtig der Dialog zwischen Politik, Berufsständen und Gesellschaft ist.
Zuversicht, Offenheit und Verantwortung sind die Weichenstellungen für die Zukunft des Bauens.
Oder, um im Bild des Abends zu bleiben: Der Zug fährt – und er erreicht sein Ziel nur, wenn wir ihn gemeinsam steuern.