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2. Februar 2026 | Aus der Branche | Rheinland-Pfalz

BDB-Neujahrsempfang 2026

Mit einem starken politischen Signal, klaren Positionen zur Bau- und Klimawende und einem wunderbaren musikalischen Rahmen eröffnete der Landesverband Rheinland-Pfalz des Bundes Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) das neue Jahr.

Fotos: Gerlinde Wolf

Rund um den traditionellen BDB-Neujahrsempfang im Landtag von Mainz kamen Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, Kammern, Hochschulen und der Baupraxis zusammen, um gemeinsam auf das vergangene Jahr zurückzublicken und den Blick nach vorne zu richten.

Gemeinsam – das Leitmotiv des Abends
Der Landesvorsitzende des BDB Rheinland-Pfalz, Oliver G. Kleiner, begrüßte die Gäste und stellte den Abend unter das Motto „Gemeinsam“. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten sei ein starkes berufliches Netzwerk unverzichtbar. Der BDB stehe seit jeher für fachlichen Austausch, kollegiale Unterstützung und die Bereitschaft, Verantwortung für die gebaute Umwelt zu übernehmen. Fortschritt, so Kleiner, gelinge nicht im Alleingang, sondern nur gemeinsam – ein Gedanke, der sich wie ein roter Faden durch den Abend zog.

Musikalisch eröffnet wurde der Empfang von den Bläsern des bischöflichen Willigis-Gymnasiums Mainz unter der Leitung von Doris Jüttner-Endres, die den Gästen mit schwungvollen Stücken, wie „I Got Rhythm“, den Rhythmus des Abends vorgaben und den festlichen Rahmen prägten.

Baumeister, Architekten und Ingenieure prägen Lebensräume
Als Hausherrin des Abends eröffnete Landtagsvizepräsidentin Kathrin Anklam-Trapp den Neujahrsempfang mit einem Grußwort und richtete dabei den Blick auf die Bedeutung des Bauens für das gesellschaftliche Zusammenleben. In ihrer Ansprache hob sie hervor, dass die Arbeit der Branche weit über die Errichtung von Bauwerken hinausgehe und einen entscheidenden Einfluss auf das tägliche Leben der Menschen habe. Landtagsvizepräsidentin Kathrin Anklam-Trapp sagte: „Sie, die Baumeister, Architekten, Planer und Ingenieure gestalten nicht nur Gebäude und Infrastrukturen, sondern Lebensräume. Was Sie planen und bauen, prägt den Alltag und gestaltet unsere Demokratie. Gut geplante Städte schaffen Heimat und sorgen für Identität.“ Vor diesem Hintergrund leitete sie zu den aktuellen Herausforderungen über, die gleichermaßen die Branche wie auch die politische Ebene betreffen und ein gemeinsames Handeln erfordern. Die zentralen Themen für die Branche und die Politik seien, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, das nachhaltige und klimaneutrale Bauen auszubauen, Bürokratie abzubauen, Planungsprozesse zu beschleunigen und mehr Nachwuchs für die Branche zu begeistern.

Klimafreundliches Bauen – Dank an den BDB
Ein inhaltlicher Schwerpunkt des Abends lag auf dem nachhaltigen Planen und Bauen. Mit der rheinland-pfälzischen Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität, Katrin Eder, war eine zentrale politische Akteurin zu Gast. In ihrer Rede unterstrich sie die Schlüsselrolle des Gebäudesektors für den Klimaschutz und würdigte das Engagement des BDB. „Klimafreundliches Bauen und die Bauwende sind ein wesentlicher Schlüssel zum erfolgreichen Klimaschutz, denn der Gebäudesektor verfehlt immer noch die CO₂-Ziele von Rheinland-Pfalz. Um bis spätestens 2040 klimaneutral zu sein, müssen alle Sektoren ihren Beitrag leisten und Verantwortung für unsere gemeinsame Zukunft übernehmen – hier danke ich dem Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure für seinen Einsatz im Bereich der Bauwende“, sagte Klimaschutzministerin Katrin Eder.

Klimabauplan – „BDB 5NB“
Der BDB habe sich diesem Anspruch frühzeitig gestellt, betonte anschließend der BDB-Landesvorsitzende Oliver G. Kleiner. Bereits 2021 habe der Verband mit dem „BDB-Klimabauplan“ zehn konkrete Maßnahmen für nachhaltiges Planen und Bauen vorgelegt. Darauf aufbauend unterstütze die aktuelle Initiative „BDB 5NB“ Planer:innen dabei, Nachhaltigkeit praxisnah und transparent zu dokumentieren. Mit Schulungen leiste der BDB auch hier einen aktiven Beitrag zur Umsetzung der Klimawende.

Mit Blick auf die aktuelle Bau- und Wohnungspolitik bezog Oliver G. Kleiner außerdem klar Stellung. Beim geplanten Vergabebeschleunigungsgesetz forderte er den Schutz mittelständischer Planungsstrukturen und eine faire, losweise Vergabe als Voraussetzung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im öffentlichen Bau. Auch den sogenannten „Bau-Turbo“ beurteilte der Landesvorsitzende differenziert: Mehr Tempo im Wohnungsbau sei zwar dringend notwendig, dürfe jedoch nicht zulasten von Baukultur und Qualität gehen. Bauqualität entstehe nicht im Eilverfahren, brachte es Kleiner auf dem Punkt.

Mut für neue Wege im Bundesbau in Rheinland-Pfalz
Mit Elena Kraus, der neuen Direktorin des Amtes für Bundesbau in Rheinland-Pfalz, konnte der BDB eine weitere zentrale Akteurin der öffentlichen Bauverwaltung im Land begrüßen. In ihrem Beitrag stellte Elena Kraus zunächst die Aufgaben und Funktionen des Amtes für Bundesbau vor und hob hervor, dass dieses gemeinsam mit dem Landesbetrieb LBB den Bundesbau in Rheinland-Pfalz repräsentiere. Dabei betonte sie insbesondere den gemeinschaftlichen und kooperativen Charakter der Zusammenarbeit im Bundesbau und brachte diesen pragmatisch auf den Punkt: „Wir sind die, die der besonderen Bedeutung des Landes Rheinland-Pfalz für die Landes- und Bündnisverteidigung baulich infrastrukturell nachkommen und gemeinsam mit der Planungs- und Bauwirtschaft einen großen Beitrag leisten.“ Zugleich verwies die Direktorin auf die dynamische Entwicklung der vergangenen Jahre: Innerhalb der letzten zehn Jahre habe sich der Umsatz im Bundeswehrbau verfünffacht. Dennoch bleibe der baulich-infrastrukturelle Bedarf der Bundeswehr weiterhin exorbitant. Vor diesem Hintergrund warb sie – trotz des Allzeit-Umsatzhochs von über 670 Mio. € im Jahr 2025 – eindringlich für Mut, Innovation sowie Offenheit gegenüber neuen Wegen und Kooperationsformen.

Ehrungen, Ausblick und Gespräche
Ein emotionaler Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen langjähriger Mitglieder. Der BDB zeichnete Karl-Walter Berkes aus Osthofen und Bernhard Frischbier aus Enkenbach-Alsenborn für jeweils 50 Jahre Mitgliedschaft sowie den Mainzer Otto Ossowski für 60 Jahre Verbundenheit mit dem Verband aus. Die Geehrten stehen exemplarisch für die BDB-Werte wie Fachkompetenz, Verantwortungsbewusstsein und jahrzehntelanges Engagement für Baukultur und Gesellschaft.

Zum Abschluss blickte der BDB-Landesvorsitzende bereits auf die kommenden Monate voraus und lud zur Landesverbandstagung am 24. und 25. April 2026 auf dem Hambacher Schloss ein. Mit dem Hauptvortrag „Wir bauen die Demokratie“ wolle der BDB dort ein bewusstes Zeichen für die gesellschaftliche Verantwortung des Planens und Bauens setzen – an einem Ort, der wie kaum ein anderer für demokratische Werte stehe.

Der Neujahrsempfang klang bei weiteren musikalischen Beiträgen und persönlichen Gesprächen aus. Er machte deutlich: Der BDB Rheinland-Pfalz geht mit Zuversicht, Gestaltungswillen und klarer Haltung in das neue Jahr – und hat Lust auf Zukunft.

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