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14. September 2022 | Verbandsnachrichten | Niedersachsen

BDB Niedersachsen lädt Landtagsfraktionen zum Gespräch ein

„Bezahlbar UND klimagerecht (um)bauen - ein Widerspruch...?“ Unter diesem Titel hatte der Bund Deutscher Baumeister und Ingenieure e.V. (BDB) zu einer Vortragveranstaltung und Podiumsdiskussion am 9. September ins Restaurant Leineschloss im Landtag nach Hannover eingeladen.

Was kostet der Klimaschutz?

BDB Niedersachsen lädt Landtagsfraktionen zum Gespräch ein

Mehr als 50 Interessierte waren gekommen und folgten dem – spontan über eine Video-Standleitung übertragenen – Vortrag von Anja Bierwirth vom Wuppertal Institut, die die Parameter der längst überfälligen Bauwende aus wissenschaftlicher Sicht skizzierte.

Das warf die Frage auf, ob die bisher erreichten CO2 Einsparungen, die vor allem durch den Neubau erzielt wurden auch noch bei der Gebäudesanierung im Bestand möglich – und bezahlbar sein werden. Werden sich die Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer eine kostspielige Sanierung energetische Ertüchtigung ihres Hauses noch leisten können? Was sagen die Vertreterinnen und Vertreter der Landtagsfraktionen dazu? Wie sind deren Prognosen? Wie lauten ihre Forderungen? Straff moderiert und mit pointierten Fragen lockte der BDB-Landesvorsitzende Christoph Schild die sachkundigen und gut vorbereiteten Gäste Ulrike Villmann (CDU), Dominik Thierfelder (Bündnis90/DieGrünen) und Susanne Victoria Schütz (FDP) aus der Reserve.

Einer generellen Regelung für die Sanierung des Bestandes erteilte Dominik Thierfelder eine klare Absage und plädierte dafür, die Sanierung des Bestandes durch eine den individuellen Bedürfnissen angepasste Förderkulisse attraktiv zu gestalten. Susanne Schütz ging noch einen Schritt weiter, indem sie forderte, der – vor allem im ländlichen Bereich – um sich greifenden Ausweisung von Bauland auf der grünen Wiese einen Riegel vorzuschieben. Hier müssten überholte Bilder vom Glück im Eigenheim durch neue Angebote, wie gemeinschaftliches Wohnen oder andere Alternativen abgelöst werden, dies sei allerdings ein langwieriger Prozess, räumte die Politikerin ein … Für Thordies Hanisch, die vor ihrer Karriere als Politikerin im Bereich der Stadtplanung tätig war, liegt ein vielversprechender Lösungsansatz in der intelligenten Bauleitplanung jeder einzelnen Kommune. Doch das, bedauerte die baupolitische Sprecherin der SPD, scheitere oft am fehlenden Personal.

Rainer Tepe, der stellvertretende Leiter von „proKlima – Der enercity-Fonds“, brachte in seinem auf die erste Diskussion folgenden Vortrag die Wärmepumpentechnik und die Solarthermie ins Spiel – ohne dabei die Kostenseite zu beschönigen. Doch dank guter Förderprogramme werde auch diese Technologie bezahlbar, so Tepes Prognose.

Ulrike Villmann hob die Thematik auf eine neue Ebene und brachte die Idee einer Europäischen Gebäuderichtlinie ins Gespräch, die eine Kategorisierung der Bestandsgebäude vorsehe und daraus einen stufenweise Sanierungszwang ableiten könne. Ein Szenario, das mehr Fragen und Ängste aufwerfe als Lösungen… Diese Positionen führten zu einer regen Diskussion, an der sich auch das Publikum gern beteiligte und die auch noch am Ende des Abends bei einem Imbiss und kühlen Getränken zu intensiven Gesprächen führte.

Foto Credits: Karin Kellerer

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