Direkt zum Inhalt wechseln
24. Juli 2024 | Berufspolitik | Bund

Leitlinie und Prozessempfehlung für „Gebäudetyp E“ – Eine Kurzeinschätzung

Der BDB bewertet die Leitlinie des Bauministeriums als guten Beitrag, der allerdings in dieser Form kein Game-Changer für den Wohnungsbau werden wird.
Grafik erstellt mit DALL·E.

Am 23. Juli veröffentlichte das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) die „Leitlinie und Prozessempfehlung Gebäudetyp E“. Sie soll Bauherr:innen und Akteur:innen der Planungs- und Baubranche bei der Anwendung des „einfachen Bauens“ unterstützen. Der Leitfaden will Projektbeteiligten Hinweise geben, wie Vereinbarungen für Architekten- und Bauverträge formuliert werden können. Damit soll das „einfache Bauen“ in der Praxis rechtssicher umgesetzt werden. Der Leitfaden soll laut Aussage des BMWSB dazu ermutigen, zukünftig kreativer und kostengünstiger zu planen und zu bauen.

Es ist ausdrücklich zu begrüßen, dass das Thema nun endlich Fahrt aufnimmt. Gleichzeitig sollte man aus Sicht des BDB vom „Gebäudetyp E“ keine Wunder erwarten. Er soll ein echter Game-Changer für den Wohnungsbau und das kostengünstige, suffizientere, klimafreundlichere Bauen sein – hier ist Skepsis angebracht. Aber: Der Gebäudetyp E kann definitiv einen Beitrag dazu leisten, unsere Ansprüche und Standards im Sinne einer Reduzierung auf das Wesentliche zu überdenken.

Die Einschätzung des BDB zur "BMWSB-Leitlinie und Prozessempfehlung Gebäudetyp E" im Einzelnen

  • Die Vorlage einer solchen Leitlinie mit Musterformulierung zur rechtssicheren Abweichung von anerkannten Regeln der Technik (aRdT) hat der BDB lange gefordert.
  • Die allgemeinen Ausführungen in der Leitlinie zu der Möglichkeit, von aRdT abzuweichen sind hilfreich, ebenso die Rechtsprechungsanalyse, allerdings vielleicht mehr für den rechtlich interessierten Laien, als für den planenden Architekten.
  • Letztlich werden vier Beispielsfälle beschrieben mit konkreten Formulierungen, wie rechtssicher von der Norm abgewichen werden kann. Das kann eine echte Hilfe sein für die Vertragsparteien!

ABER

Es braucht dringend mehr solcher Beispiele, die hier fehlen und den Planenden und auch den Bauherr:innen an die Hand gegeben werden können. Es muss noch genauer definiert werden: Wie geht einfach Bauen? Was ist damit IM EINZELNEN genau gemeint bzw. was kann damit gemeint sein?

Der BDB beschäftigt sich derzeit intensiv mit der Frage, an welchen Stellen (weitere) Vereinfachungen möglich sind und gefordert werden können. Das gilt insbesondere auch im öffentlichen Baurecht. Beispiele dafür sind u. a. der generelle Verzicht auf Neubaustandards beim Bauen im Bestand und der Verzicht auf Stellplatzanforderungen. Beides sind enorme Kostentreiber!

Aus Sicht des BDB ist und bleibt eines aber besonders wichtig: Es ist ein Umdenken erforderlich bei privaten und öffentlichen Bauherr:innen!

Das Bauministerium wäre daher gut beraten, auch dafür eine Öffentlichkeit zu schaffen. Und zwar mit dem Ziel der Kostensenkung, der Beschleunigung des Bauens, der Rückbaubarkeit und Wiederverwendung von Baustoffen und letztlich auch dem klimafreundlichen Planen und Bauen.

Der Entwurf zur BMWSB-Leitlinie und Prozessempfehlung Gebäudetyp E kann hier heruntergeladen werden

Nachrichten alle Nachrichten

28. August 2026 | Verbandsnachrichten Niedersachsen

Neuer BDB-Landesvorstand gewählt

Susanne Witt als Vorsitzende im Amt bestätigt. Vorstandsgröße steigt von drei auf acht Personen mit künftig vier stellvertretenden Vorsitzenden.
28. August 2026 | Aus der Branche BDB Braunschweig Wolfenbüttel Salzgitter Helmstedt Göttingen

BDB-Motorradtour ging in die nächste Runde

Auch in diesem Jahr lud die BDB-Bezirksgruppe Braunschweig wieder zur gemeinsamen Motorradtour ein. Regelmäßig bringt der BDB seine Mitglieder bei Motorradtouren und weiteren Veranstaltungen zusammen und schafft so Raum für den fachlichen und persönlichen Austausch.
26. August 2026 | Berufspolitik Bund

Mehr Mittel für sozialen Wohnungsbau: Eine Trendwende?

Der Haushaltsentwurf der Bundesregierung 2027 sieht 5 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau vor. Jährlich fallen rund 55.000 Wohnungen aus der Sozialbindung. Der BDB warnt: Ohne deutlich mehr sozialen Wohnungsbau wird der Bestand weiter schrumpfen und der Druck auf das Wohngeld steigen.
20. August 2026 | Aus der Branche Bund

BDB unterzeichnet Bauhaus-Manifest 2026

Mit der Unterzeichnung bekennt sich der BDB zu einer Baukultur, die kulturelle Freiheit, Erinnerung, demokratischen Dialog, interdisziplinäres Denken und Weltoffenheit verbindet.
20. August 2026 | Verbandsnachrichten Olpe-Siegen

Architekturexkursion nach Oslo der BDB. OSTKURVE

Die 21 Mitglieder der Oslo-Reisegruppe des BDB.OLPE & der BDB.OSTKURVE erlebten fünf spannende Tagen und eine unvergessliche Exkursion mit viel Architektur, Städtebau und Ingenieurbaukunst.
20. August 2026 | Aus der Branche Bund

Gemeinsam für bessere Lebensbedingungen: Ingenieure ohne Grenzen engagiert sich in Uganda

Wir stellen ein besonderes Projekt vor, das sehbeeinträchtigten Kindern und Jugendlichen bessere Wohn-, Lern- und Lebensbedingungen ermöglichen soll.
19. August 2026 | Aus der Branche Bund

5. Klimafestival 2026: BDB zeigt Wege zu resilienter Hochbauplanung

Am 18. und 19. November 2026 trifft sich die Baubranche zum 5. Klimafestival in Berlin. Der BDB ist dabei mit eigenem Stand und einer Breakout Session zur Frage, wie Gebäude klima- und krisenfester geplant, gebaut und transformiert werden können.
17. August 2026 | Aus der Branche Bund

Klimaschutz und ausreichender und bezahlbarer Wohnraum gehören zusammen

Die Äußerungen von Vizekanzler Lars Klingbeil und der Vorstoß aus SPD-geführten Bundesministerien rücken Klimaschutz und Klimaanpassung erneut in den Mittelpunkt der politischen Debatte.
16. August 2026 | Verbandsnachrichten BDB Braunschweig Wolfenbüttel Salzgitter Helmstedt Göttingen

Absage 30. Treffen der Braunschweiger Bauschaffenden am 1. Oktober 2026

Äußere Umstände führen dazu, dass das Treffen der Braunschweiger Bauschaffenden unter dem Motto „BOMA+: Braunschweigs Mitte neu erfinden?“ am 1. Oktober abgesagt werden muss.
16. August 2026 | Aus der Branche Rheinland-Pfalz

Zwischen Burg und Schleuse: BDB-Ortstermin verbindet Baukultur und Wasserbau