Direkt zum Inhalt wechseln
23. Juni 2023 | Verbandsnachrichten | Nordrhein-Westfalen

Friederike Proff im Gespräch mit Markus Kersting, dem neuen Landesgeschäftsführer des BDB.NRW

Seit dem 01.05.2023 ist Markus Kersting neuer Landesgeschäftsführer des BDB.NRW. Mit der stellvertretenden Landesvorsitzenden Friederike Proff, spricht er unter anderem über seine neue Aufgabe.
Foto: Christian Köhler, tiefschwarz und edelweiß
Foto: Christian Köhler, tiefschwarz und edelweiß

FP: Herr Kersting, herzlich willkommen im neuen Aufgabenbereich beim BDB.NRW. Seit Mitte April sind Sie nun für uns im Einsatz und konnten sich einen ersten Überblick über unsere Themen verschaffen. Zudem sind Sie ja aber auch vom Fach: Was sind die Herzensangelegenheiten, die Sie als Landesgeschäftsführer des BDB.NRW vorantreiben möchten?

MK: Angesichts der fortschreitenden Klimakrise gibt es für Architekten und Ingenieure viele gesellschaftsrelevante Aufgaben. Der BDB ist sich einig im Ziel, möglichst schnell Klimaneutralität im Bausektor zu erreichen, für eine erfolgreiche Bauwende müssen wir jedoch noch viel stärker und schneller in die Umsetzung kommen. Nach einer Vielzahl von Gesprächen mit den Kolleginnen und Kollegen im BDB verspüre ich innerhalb des Verbandes eine große Lust diese Herausforderungen aktiv anzugehen. So hat z.B. unsere Bezirksgruppe Bonn‐Rhein‐Sieg gemeinsam mit der Bonner Energie Agentur unlängst einen Workshop zum Strohbau und dem Arbeiten mit Lehm auf Stroh organisiert. Grundsätzlich benötigen wir rückbaubare und recyclingfähige Konstruktionen mit trennbaren Materialien, um Gebäude schadlos in den Energie- und Materialkreislauf zurückzuführen. Hier kann ich meine bisherigen Berührungspunkte mit nachhaltigem Bauen gut einbringen.

Darüber hinaus gewinnt das Bauen im Bestand fortlaufend an Bedeutung. Bestehende Gebäude bieten große Chancen durch entsprechende Anpassungen sowohl energetisch als auch funktional und gestalterisch zu überzeugen.

Klimagerechtes Planen und Bauen aber auch bezahlbarer Wohnungsbau, Digitalisierung und ein fairer Wettbewerb sind zentrale Themen für die wir uns als Verband im Sinne der Interessen unserer Mitglieder einsetzen. Um aber auf die Frage zurückzukommen: Unsere Mitglieder bei der Bewältigung dieser Vielzahl von Aufgaben so gut wie möglich zu unterstützen, das ist mir eine Herzensangelegenheit.

FP: Aufgrund der Materialknappheit, Baukostenexplosion und des Fachkräftemangels steht das Thema Gebäudetyp „E“ in jüngster Zeit im Fokus. Das „E“ steht in diesem Falle für mehrere Begriffe, wie „Experimentell“, „Energiebewusst“ oder “Einfach“. Gerade der letzte Punkt ist einer, den wir ja schon lange im Fokus haben, wenn wir über Bürokratieabbau und Verschlankung des Normenwesen sprechen.

MK: Ja, das Bauordnungswesen ist zu kompliziert, um dringend nötige Reformen herbeiführen zu können. Unsere Nachbarn in den Niederlanden haben unlängst sämtliche Bau-Gesetze auf den Prüfstand gestellt. Das niederländische Baugesetzbuch kommt seit 2010 mit 25 % weniger Regeln aus als früher. Viele Regelungen wurden komplett gestrichen. Weniger Vorschriften führen zu schnelleren Genehmigungen und reduzierten Baukosten. Damit die planenden Berufe ihrer Verantwortung für die gebaute Umwelt gerecht werden können, müssen die dafür nötigen Bedingungen geschaffen werden. Die wichtigen Fragen nach der Standsicherheit, dem Brandschutz, dem Gesundheits- und Umweltschutz müssen selbstverständlich beantwortet werden aber eine Vielzahl von Bauaufgaben wäre mit deutlich weniger Normungen umsetzbar. Derzeit gibt es in Deutschland fast 4.000 Baunormen.

FP: Das betrifft natürlich auch die BauO NRW, die sich in diesem Jahr in der nächsten Novelle befindet. In vielen Kommunen herrscht bei den Bauaufsichten akuter Fachkräftemangel, sodass sich Genehmigungsverfahren massiv verzögern. Von der flächendeckenden Einführung des digitalen Bauantrages sind wir auch Mitte 2023 noch weit entfernt. Was können wir als ArchitektInnen tun, um Genehmigungsprozesse zu unterstützen?

MK: Zum einen können wir die KollegInnenschaft und auch Bauaufsichtsbehörden gemeinsam schulen, damit sie auf Augenhöhe möglichst reibungslose Genehmigungsprozesse generieren können. Da ist der BDB.NRW dran und wird mit der Novelle solche Schulungen anbieten. Zum anderen kommen wir alle besser voran, wenn wir miteinander anstatt übereinander sprechen. Im BDB.NRW ist es gute Tradition, dass Freischaffende und Angestellte, egal auf welcher Seite des Tisches, miteinander auf Augenhöhe sprechen. Dies darf gerne gepflegt und ausgebaut werden.

Nachrichten alle Nachrichten

30. April 2026 | Berufspolitik Bund

Stellungnahme zur Modernisierung des Städtebau- und Raumordnungsrechts

Der Entwurf enthält wichtige Fortschritte bei Wohnungsbau, Verfahrensvereinfachung und Klimaresilienz. Doch es mangelt an realistischen Fristen, klaren Zuständigkeiten und einer Stärkung der Verwaltungen.
29. April 2026 | Verbandsnachrichten Leipzig

Exkursion nach Plauen (Sachsen)

Die Elsteraue im Wandel – vom Industrie-Areal zum Kreativquartier
29. April 2026 | Berufspolitik Niedersachsen

Save the Date: Baukultursymposium in Hannover

Am 27. August ist es wieder so weit: Das Baukultursymposium in Hannover, bereits zum 20. Mal, lädt zur Diskussion ein
28. April 2026 | Aus der Branche Nordrhein-Westfalen

Barrierefreies Bauen: Friederike Proff im WDR 5 Morgenecho.

Wie geht barrierefreies Bauen? Oft entscheidet ein einzelner Aufzug über die Mobilität im Alltag. Architektin Friederike Proff erklärt, warum Lösungen oft komplex sind und worauf es beim Bauen ankommt. Jetzt reinhören!
21. April 2026 | Verbandsnachrichten Nordrhein-Westfalen

Architektur in Wuppertal hat Zukunft!

Nach der Sicherung des Studiengangs Architektur an der Bergischen Universität Wuppertal richtet sich der Blick nun auf die nächsten Schritte.
20. April 2026 | Verbandsnachrichten Nordrhein-Westfalen

Vom Wahlkampf in die Verantwortung: Zukunft wird gebaut!

Vom Wahlkampf in die Verantwortung: Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Gemeinsam bringen BDB.NRW, IAA und 60+ zentrale Themen wie Vernetzung, Klimaschutz, Effizienz und Nachwuchsförderung in die Kammerarbeit ein und arbeiten für eine zukunftsfähige Architektenschaft in NRW.
(v.l.n.r.) Vors. Jürgen Papenburg und die Jubilare Hermann Nümann, Werner Kuhls, Hans-Dietrich Hagen, Friedrich Cornils
18. April 2026 | Verbandsnachrichten Celle / Uelzen

BG Celle Uelzen - Jürgen Papenburg erneut zum Vorsitzenden gewählt

Die Mitglieder der BG Celle und Uelzen haben anlässlich ihrer Jahreshauptversammlung bei den Wahlen Jürgen Papenburg als Vorsitzenden in seinem Amt bestätigt.
17. April 2026 | Aus der Branche BDB Braunschweig Wolfenbüttel Salzgitter Helmstedt Göttingen

Rückblick: Der BDB guckte hinter den Bauzaun bei Don Camillo und Peppone

Die Bezirksgruppe Braunschweig bot den exklusiven Blick hinter die Kulissen bzw. den Bauzaun der Sanierung der Wolfsburger Hochhäuser Don Camillo + Peppone.
13. April 2026 | Verbandsnachrichten Bund

Baumeisterlich 4.0 für Uwe Fickenscher – Ganzheitlich nachhaltig

Mit dem Qualitätssiegel „Baumeisterlich 4.0 – digital · integral · nachhaltig“ zeichnet der BDB Planer:innen aus, die das Planen und Bauen von heute beherrschen – und das von morgen aktiv mitgestalten.
26. März 2026 | Verbandsnachrichten Berlin-Brandenburg

Erfolgreicher italienisch-deutscher Fachaustausch zu Bunkeranlagen in Strausberg

Diskutiert wurde der Spannungsbogen zwischen Erinnerungskultur, Denkmalpflege und aktueller sicherheitspolitischer Debatte.