Direkt zum Inhalt wechseln
10. Oktober 2025 | Aus der Branche | Bund

„Dritte Orte braucht das Land“: Inspirierender Abend in der Landesvertretung Niedersachsen

Vom Celler Karstadt-Wettbewerb bis zur Bauwende: Veranstaltung zeigt neue Perspektiven für lebendige Innenstädte.
Foto: Susanne Witt

Wie können Innenstädte wieder lebendig werden? Wie lässt sich Bestehendes erhalten, statt abzureißen? Und welche Rolle spielt kreative Zusammenarbeit zwischen Planenden, Politik und Gesellschaft dabei?

Diesen Fragen widmete sich am 9. Oktober im Atrium der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin die gemeinsame Veranstaltung „Dritte Orte braucht das Land | Innenstädte anders gestalten“, organisiert vom BDB-Niedersachsen, dem Bund Deutscher Innenarchitektinnen und Innenarchitekten (BDIA) sowie dem Werkbund Nord.

Wettbewerbs-Teilnehmende stellen ihre Projekte vor - hier das Projekt "Das Stadtregal". Foto: Thomas Bussemer

Im Mittelpunkt stand der Ideenwettbewerb zur Umnutzung des ehemaligen Karstadt-Gebäudes in Celle, der eindrucksvoll gezeigt hat, wie groß das kreative Potenzial im Umgang mit leerstehenden Gebäuden ist. Über 90 Einreichungen aus dem In- und Ausland lieferten visionäre Konzepte für neue Formen des Zusammenlebens, Arbeitens und Wirtschaftens – und machen deutlich: Celle ist überall.

Die Stadt Celle – mit ihrer historischen Bausubstanz, den modernen Siedlungen Otto Haeslers und ihrer kompakten Struktur – steht beispielhaft für viele Mittelstädte in Deutschland. Das 1960 von Walter Brune entworfene Karstadt-Gebäude war über Jahrzehnte ein pulsierendes Zentrum. Nach der Schließung des Kaufhauses ist der Leerstand in der Innenstadt deutlich spürbar. Der Wettbewerb zeigte, wie die Neuordnung des Gebäudes nicht nur architektonisch, sondern auch gesellschaftlich wirksam werden kann.

Die vorgestellten Entwürfe reichten von urbanen Gemüsegärten und gemeinschaftlich genutzten Höfen über die Umnutzung als Datenspeicher oder Server-Standort bis hin zu sozial innovativen Konzepten wie offenen Vollzugsformen für Jugendliche.
Einigkeit herrschte darüber, dass die Zukunft des Bauens und Planens nur durch Erhalt, Weiterdenken und Kooperation gestaltet werden kann.

Susanne Witt (Mitorganisatorin des Ideen-Wettbewerbs) und BDB-Präsident Christoph Schild bei einer Diskussionsrunde während der Veranstaltung. Foto: Martin Wittjen

In den anschließenden Diskussionsrunden betonten die Teilnehmenden, dass es nun darauf ankommt, die Ideen in die Praxis zu bringen. So forderte unter anderem Dr. Tatjana Schneider (TU Braunschweig): „Wir müssen unbequemer werden, den Druck auf die Politik erhöhen! Jeder kann das auch über Wahlentscheidungen beeinflussen.“

Mit dabei waren u. a. BDB-Präsident Christoph Schild, Susanne Witt (Co-Vorsitzende des BDB-Niedersachsen), Katalin Gennburg (MdB, Die Linke), Prof. Astrid Bornheim, Sylvia Rietenberg (MdB, Bündnis 90/Die Grünen) und Elena Wiezorek (Bundesstiftung Bauakademie). Ihr gemeinsames Ziel: Impulse setzen, Innenstädte als soziale und kulturelle Orte neu denken – und die Bauwende aktiv gestalten.

Nachrichten alle Nachrichten

12. Februar 2026 | Aus der Branche Niedersachsen

Das Wolfsburger Forum Architektur lädt ein

... zum Werkvortrag zum Projekt „Woodscraper“: Zirkulärer Holzhochhausbau in Wolfsburg, am 3. März
12. Februar 2026 | Berufspolitik Bund

Der „Bauturbo“: und was sich seit Oktober 2025 geändert hat

Der „Bauturbo“ im Baugesetzbuch soll den Wohnungsbau beschleunigen. Der BDB ordnet die Neuregelung ein und fordert klare soziale und städtebauliche Leitplanken.
11. Februar 2026 | Aus der Branche Bund

Aktivrente: Steuerfreibetrag für Arbeiten nach Erreichen der Regelaltersgrenze

Das Bundesfinanzministerium hat einen "FAQ-Katalog" zum Aktivrentengesetz veröffentlicht. Hier finden Sie die wichtigsten Punkte dazu!
11. Februar 2026 | Verbandsnachrichten Nordrhein-Westfalen

RegioTalk 2026 – Bestand als Ressource: Auftakt in der sanierten Beethovenhalle Bonn

Auftakt der RegioTalks 2026: Unter dem Leitgedanken „Transformation statt Abriss“ rückt die Reihe dieses Jahr Projekte in den Fokus, die das Vorhandene nicht überformen, sondern mit Sorgfalt, Präzision und klaren Entscheidungen weiterentwickeln.
5. Februar 2026 | Berufspolitik Nordrhein-Westfalen

Konstruktiver Austausch, gute Gespräche und ein gemeinsamer Blick nach vorn

Am 28.01.2026 fanden in der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen mit allen Fraktionen die Sondierungsgespräche zur Besetzung der Gremien der neuen Vertreterversammlung statt.
4. Februar 2026 | Berufspolitik Niedersachsen

Termin wird verschoben, Thema bleibt: 30. Treffen der Braunschweiger Bauschaffenden

Aus technischen Gründen in den Sommer verschoben - immer noch mit dem Motto "BOMA+: Braunschweigs Mitte neu erfinden?"
3. Februar 2026 | Verbandsnachrichten Bund

Baumeisterlich 4.0 – ausgezeichnete Planung mit Haltung

Mit dem Qualitätssiegel „Baumeisterlich 4.0 – digital · integral · nachhaltig“ zeichnet der BDB Planer:innen aus, die das Planen und Bauen von heute beherrschen – und das von morgen aktiv mitgestalten.
3. Februar 2026 | Berufspolitik Nordrhein-Westfalen

Meilenstein für die Umbauwende in NRW: Kernforderungen des BDB.NRW zur „Oldtimer-Regelung“ werden in der Landesbauordnung verankert.

Auf dem Neujahrsempfang der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen am 29.01.2026 hat Ina Scharrenbach (Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen) angekündigt, dass aus der Landesbauordnung eine „Umbauordnung“ werden soll.
2. Februar 2026 | Aus der Branche Rheinland-Pfalz

BDB-Neujahrsempfang 2026

Mit einem starken politischen Signal, klaren Positionen zur Bau- und Klimawende und einem wunderbaren musikalischen Rahmen eröffnete der Landesverband Rheinland-Pfalz des Bundes Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) das neue Jahr.
29. Januar 2026 | Berufspolitik Bund

Ein Weckruf für mehr bezahlbaren Wohnraum: Leitfaden zur Unterbringung wohnungsloser Menschen

Das BMWSB unterstützt mit dem „Leitfaden für die Unterbringung wohnungsloser Menschen“ Städte und Gemeinden. BDB: Unterbringung ist notwendig – aber kein Ersatz für Wohnungen!