Direkt zum Inhalt wechseln
24. Juli 2025 | Aus der Branche | Bund

Viel Luft nach oben: Zur wirtschaftlichen Lage von Planungsbüros

BDB-Mitgliederumfrage im Vergleich mit aktueller Konjunktur-Befragung von BAK und BIngK
Foto: Pixabay

Die deutschen Planungsbüros stehen wirtschaftlich weiterhin unter Druck. Der BDB hat die Ergebnisse seiner großen Mitgliederumfrage aus dem Jahr 2024 mit der aktuellen Umfrage der Bundesarchitekten- und Bundesingenieurkammern (BAK/BIngK) aus dem Jahr 2025 verglichen. Dabei zeigen sich klare Trends – und Unterschiede, die insbesondere für kleinere Architekturbüros und angestellte Planer:innen von Bedeutung sind.

Unsicherheiten und Investitionshürden 

Sowohl die BDB-Mitglieder als auch die Teilnehmenden der aktuellen Umfrage der Kammern berichten von einer unsicheren Auftragslage mit stagnierenden oder rückläufigen Entwicklungen. Die Baukostensteigerungen setzen Honorare unter Druck – und führen in vielen Fällen nicht zu entsprechenden Gehaltsanpassungen. 

Zudem wird die Digitalisierung branchenweit als strategisch wichtig erkannt. Allerdings zeigen sich deutliche Investitionshürden, insbesondere bei kleineren und wirtschaftlich angespannten Büros. 

Stabilere Lage bei Ingenieurbüros 

Laut der BAK/BIngK-Umfrage weisen Ingenieurbüros eine robustere wirtschaftliche Verfassung auf: höhere Renditen, größere Teams, stabilere Auftraggeber. Architekturbüros hingegen sind häufig kleinteilig, stärker vom privaten Wohnungsbau abhängig – und blicken deutlich pessimistischer in die Zukunft. 

Während die BDB-Umfrage die subjektive Einschätzung der Mitglieder in den Mittelpunkt stellt, liefern die Kammerdaten harte wirtschaftliche Kennzahlen. Beide Perspektiven ergänzen sich sinnvoll. 

Situation angestellter Planer:innen: Viel Unzufriedenheit 

Ein zentrales Ergebnis der BDB-Umfrage: 42 Prozent der angestellten Architekt:innen und Ingenieur:innen empfinden ihr Einkommen als „ausreichend oder schlechter“. Gehaltssteigerungen bleiben trotz Baukostenanstieg die Ausnahme. Gleichzeitig wird eine mangelnde Repräsentation von Angestellten im Berufsverband kritisch gesehen – hier besteht Handlungsbedarf. 

Digitalisierung: Der Wille ist da – die Umsetzung oft schwierig 

Die Mehrheit der Büros erkennt die Notwendigkeit, BIM und KI in den Planungsalltag zu integrieren. In der BAK/BIngK-Umfrage investieren bereits 68 Prozent der Ingenieurbüros und 56 Prozent der Architekturbüros aktiv in digitale Technologien. Im BDB sind bisher 29 Prozent digital aktiv, weitere 43 Prozent planen den Einstieg. 

Fazit: Kleinteilige Büros besonders unter Druck 

Die gesamtwirtschaftliche Lage bleibt angespannt – mit deutlichen strukturellen Unterschieden: 

  • Ingenieurbüros sind wirtschaftlich stabiler aufgestellt. 
  • Kleine Architekturbüros stehen besonders bei Aufträgen, Gehältern und Investitionen unter Druck. 
  • Für Angestellte fehlt es oft noch an ausreichender Interessenvertretung. 
  • Die Digitalisierung droht – trotz strategischer Bedeutung – an finanziellem und personellem Ressourcenmangel zu scheitern. 

Der BDB setzt sich dafür ein, insbesondere die Interessen kleiner Büros und angestellter Planer:innen stärker in den Fokus zu rücken – und Lösungen für wirtschaftlich tragfähige Planungsstrukturen zu entwickeln. 

Nachrichten alle Nachrichten

(v.l.n.r.) Vors. Jürgen Papenburg und die Jubilare Hermann Nümann, Werner Kuhls, Hans-Dietrich Hagen, Friedrich Cornils
18. April 2026 | Verbandsnachrichten Celle / Uelzen

BG Celle Uelzen - Jürgen Papenburg erneut zum Vorsitzenden gewählt

Die Mitglieder der BG Celle und Uelzen haben anlässlich ihrer Jahreshauptversammlung bei den Wahlen Jürgen Papenburg als Vorsitzenden in seinem Amt bestätigt.
17. April 2026 | Aus der Branche BDB Braunschweig Wolfenbüttel Salzgitter Helmstedt Göttingen

Rückblick: Der BDB guckte hinter den Bauzaun bei Don Camillo und Peppone

Die Bezirksgruppe Braunschweig bot den exklusiven Blick hinter die Kulissen bzw. den Bauzaun der Sanierung der Wolfsburger Hochhäuser Don Camillo + Peppone.
13. April 2026 | Verbandsnachrichten Bund

Baumeisterlich 4.0 für Uwe Fickenscher – Ganzheitlich nachhaltig

Mit dem Qualitätssiegel „Baumeisterlich 4.0 – digital · integral · nachhaltig“ zeichnet der BDB Planer:innen aus, die das Planen und Bauen von heute beherrschen – und das von morgen aktiv mitgestalten.
26. März 2026 | Verbandsnachrichten Berlin-Brandenburg

Erfolgreicher italienisch-deutscher Fachaustausch zu Bunkeranlagen in Strausberg

Diskutiert wurde der Spannungsbogen zwischen Erinnerungskultur, Denkmalpflege und aktueller sicherheitspolitischer Debatte.
26. März 2026 | Verbandsnachrichten Nordrhein-Westfalen

Zwischen Denkmalschutz und Realität: RegioTalk zur Beethovenhalle Bonn

Ein besonderer Ort, ein intensiver Austausch und viele wertvolle Impulse: Der RegioTalk des BDB.NRW in der sanierten Beethovenhalle in Bonn bot am 25.03.2026 eine gelungene Kombination aus Einblick, Diskussion und Vernetzung.
25. März 2026 | Pressemitteilung Bund

BDB zum Klimaschutzprogramm 2026: So wird das nichts!

Die Bundesregierung hat heute ihr Klimaschutzprogramm 2026 veröffentlicht. Sie setzt im Gebäudebereich an wichtigen Punkten an. Aber für eine echte Bauwende reichen das Programm und seine Finanzierung absolut nicht aus!
22. März 2026 | Aus der Branche Rheinland-Pfalz

BDB-Jahrestagung 2026: Bauen für eine resiliente und demokratische Zukunft

Unter dem Leitmotiv „Wir bauen Zukunft – resilient, demokratisch, lebenswert“ lädt der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) zur gemeinsamen Jahrestagung der Landesverbände Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg am 24. und 25. April 2026 ein
20. März 2026 | Berufspolitik BDB Braunschweig Wolfenbüttel Salzgitter Helmstedt Göttingen

NEUER TERMIN, Thema bleibt: 30. Treffen der Braunschweiger Bauschaffenden am 1. Oktober

Aus technischen Gründen auf den 1. Oktober verschoben - immer noch mit dem Motto "BOMA+: Braunschweigs Mitte neu erfinden?"
17. März 2026 | Berufspolitik Niedersachsen

"Niedersächsischer Weg zum erleichterten und kostengünstigen Bauen"

Bauen in Niedersachsen soll spürbar einfacher, schneller und kostengünstiger werden. Das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum legt eine Roadmap für die Praxis vor.
17. März 2026 | Berufspolitik Bund

Klimaschutz im Gebäudesektor: Wirksame Instrumente statt neuer Fehlanreize!

Die neuen Emissionsdaten und Treibhausgasprojektionen des Umweltbundesamtes zeigen deutlich: Der Klimaschutz in Deutschland verliert an Tempo und der Handlungsdruck im Gebäudesektor steigt weiter.